Wasserflugzeugmodelle in Nieder-Roden

Start und Landung auf dem See

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Pech bei der Landung: Wegen der unberechenbaren Winde ging diese Maschine zu Bruch.

Nieder-Roden - Schwierige Winde haben es Modellfliegern am Wochenende nicht leicht gemacht.

Der Einladung des Flug- und Modellbauclubs Dietzenbach sind zum dritten Mal Hobbypiloten aus ganz Hessen gefolgt, um ihre kleinen Wasserflugzeuge beim einzigen Treffen dieser Art im Rhein-Main-Gebiet über den Badesee gleiten zu lassen.

Schrecksekunde! Einen Moment nicht aufgepasst und schon ist es passiert. Dass die Holzkonstruktion zerplatzt, der Rotor atomisiert wird und der Schwimmer abreißt, sind am Strand zwar nicht mehr zu hören. Innerlich aber zerreißt es den Modellflugpiloten, der mit seinem Wasserflugzeug gerade eine Bruchlandung auf dem Badesee hingelegt hat.

„Wir haben zwar schönes Herbstwetter, aber ungünstigen Wind“, erklärt der Vereinsvorsitzende Ralf Kaiser, bevor er zu seinem Motorboot rennt, um die Trümmer des abgestürzten Flugmodells zu bergen. Obwohl das Flugzeug aus Balsaholz besteht und grundsätzlich schwimmfähig ist, sind bereits die ersten Teile unrettbar unter gegangen. Denn bei der Aufschlaggeschwindigkeit ist die Wasseroberfläche hart wie Beton. Wieder an Land ringt der trauernde Pilot mit sich. In Einzelteilen, nur noch von Kabeln zusammengehalten gibt Kaiser zurück, was übrig geblieben ist. Wirklich ärgerlich sei es, zumal es diesmal auch noch ein Pilotenfehler war. Aber das sei jedem schon einmal passiert und gehöre schlichtweg zum Modellfliegen mit dazu, erklärt der Vorsitzende.

Bilder: Wasserflugzeug-Modelle am Badesee

Dem Wind sind noch viele weitere unsanfte Landungen geschuldet, keine aber mehr mit solchen Folgen. Gewöhnlich haben die Dietzenbacher Piloten Starts und Landungen gut im Griff. Diesmal aber müssen die Maschinen wegen des Winds überwiegend frontal auf die Piloten zu starten oder landen, wodurch sich die Geschwindigkeit nur schwer einschätzen lässt. Aber es sind genau diese Manöver, das Starten und das Landen, die den besonderen Reiz an Wasserflugzeugen ausmachen. Dementsprechend versucht jeder immer eine echte Bilderbuchlandung hinzulegen: Langsames aufsetzen und langes „Gleiten auf Stufe“, wie der durch die Einbuchtung an den Schwimmkörpern unter dem Flugzeug erzeugte aerodynamische Auftrieb umschrieben wird.

Lange Strecken tief und knapp über der Wasseroberfläche zu fliegen, dafür eignet sich der Badesee ideal. Daher ist der Verein der Stadt Rodgau dankbar, dass sie den See zur Verfügung stellt. Dank immer widerstandfähigeren Materialien wie Carbon, faserverstärkten Kunststoffen oder besonders festen Schaumstoffen sind die Modelle aber insgesamt deutlich widerstandsfähiger geworden. Sensible Elektronik wird sogar wasserdicht verklebt. Modellfliegen ist inzwischen einfach, komfortabel und preiswert geworden. Es sei denn, der Wind spielt nicht mit... (pep)

Quelle: op-online.de

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