Turbulente Weihnachten

Herrliche Komödien in der Aula der Georg-Büchner-Schule 

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Auch der verschnupfte Rentier-Rudolf konnte den Weihnachtsabend nicht retten.

Jügesheim - „Weihnachten könnte knapp werden!“, so war das bunte Unterhaltungsprogramm der fünften und sechsten Klassen der Georg-Büchner-Schule (GBS) betitelt.

Der Weihnachtsabend mit Theater und Musik stand in der Aula ganz im Zeichen des Vorweihnachtsstresses, den zwei Theaterstücke eindrucksvoll ins Komische zogen. Vor dem Hintergrund desselben sollten außerdem musikalische Einlagen an diesem Abend eine angenehme Auszeit verschaffen. Wenn die Mutter Weihnachten vergisst und der Vater sich im Privathaushalt um gar nichts kümmert, wenn Engel sich zu spät um ihre weihnachtlichen Pflichten sorgen, dann bleiben freilich lustige Momente und einige Lacher bei den Zuschauern nicht aus. Das bewiesen die Komödien „Weihnachten? Das wird knapp!“ und „Angies Weihnachten“, die zwei Gruppen der Theater- AG der GBS, bestehend aus Fünft- und Sechstklässlern, inszenierten. Nach einer musikalischen Einführung verwandelte sich die Bühne in ein gemütliches Esszimmer, das trotz Detailreichtum in Sachen Requisite allerdings nicht sehr weihnachtlich wirkte.

Lediglich am rechten Bühnenrand schienen – losgelöst von der Hauptkulisse –ein Schneemann und ein Darsteller im Rentierkostüm an das bevorstehende Fest zu erinnern. Kein Wunder, wie sich herausstellte. Denn als die Mutter ihre Kinder an Weihnachten in die Schule schicken möchte, wird derselben ihr Fehler vor Augen geführt. Sie hat Weihnachten verschlafen und sieht sich nun drei enttäuschten Kindern gegenüber. Ihr Mann ist ihr keine große Hilfe, liest er doch lediglich die Offenbach-Post und denkt über seine nächste Rasur nach. Was also tun? Da es zu spät ist, einen Weihnachtsbaum und ein Festessen zu kaufen, beschließt die Mutter zusammen mit der Hausdame – mit Gewehr und Schrotflinte – auf die Jagd zu gehen.

Doch dieser letzte Rettungsversuch geht gründlich in die Hose. Die beiden werden erwischt und von der Polizei zuhause abgesetzt. Glücklicherweise haben derweil die Kinder die Operation „Rettet das Fest“ selbst in die Hand genommen. Nach einem Anruf beim Weihnachtsmann, der von einem verschnupften, in diesem Jahr beurlaubten Rentier-Rudolf entgegengenommen wird, kümmern sich die Fachleute um das Problem. Nun ja, jedenfalls mehr oder weniger.

Da der Weihnachtsmann vollkommen ausgebucht ist, muss nämlich eine Vertretung her, der Osterhase. Dieser schafft es gerade noch so, sich als Weihnachtshase zu verkleiden, stellt allerdings seine eigenen Festgewohnheiten zurück. Zum Schluss also trinken die Erwachsenen Eierlikör, essen Eierkuchen und dürfen ihre Geschenke suchen, da sie nicht unter dem mit Ostereiern geschmückten Weihnachtsbaum zu finden sind. Doch das Fest ist gerettet!

Bilder: Aufführung der Jügesheimer Georg-Büchner-Schule

Im zweiten Weihnachtsstück ging es zunächst ähnlich zu. Ein Engel versäumt es, sich rechtzeitig um seine ihm von Petrus anvertraute Aufgabe, die Weihnachtsgeschichte nachzuerzählen, zu kümmern, weswegen ihm letztlich die Darsteller fehlen und er in einem alten Spielzeuggeschäft liegen gelassene Punk-Puppen zum Leben erwecken muss. Das Resultat: Die traditionelle Weihnachtsgeschichte in derber Sprache, mit Stachelfrisuren, zerfetzten Kleidern und deftiger Systemkritik.

Möglich wurde dieser Weihnachtsabend an der GBS letztlich durch den Umstand, dass sich zuvor 56 Interessenten bei der Theater-AG der Schule eingefunden hatten, davon ganze 32 aus der fünften und sechsten Klasse. Unterstützt durch Weihnachtslieder, vorgetragen von den Musikklassen, gab diese Vielzahl von jungen Schauspieltalenten ihr Debüt. Gleichzeitig waren die beiden Stücke ein Auftakt für die neuen Leiterinnen der Theater-AG an der GBS, Josephine Kirsch und Beate Hoffbauer. Das Publikum honorierte die geglückten Premieren mit vielen Lachern, durch Mitsingen und Klatschen. Bei donnerndem Applaus war dieser Abend alles andere als eine stille Nacht.

sjs

Quelle: op-online.de

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