Helfer haben bei der Seniorweihnachtsfeier im Bürgerhaus alle Hände voll zu tun

600 Tassen Kaffee serviert

+
Wer will noch Kuchen? Renate Mahr (rechts) und viele andere Helfer bedienen die Senioren im Bürgerhaus Dudenhofen.

Dudenhofen - Die städtischen Weihnachtsfeiern für Senioren sind beliebt. Im Stadtteil Dudenhofen kommen mehr als 200 Besucher im Bürgerhaus zusammen. Auch wenn die älteren Herrschaften eigenes Geschirr mitbringen müssen, bleibt für die Helfer genug zu tun. Von Simone Weil 

Seit 8 Uhr ist Gerald Klein im Bürgerhaus. Vor 20 Uhr ist er heute nicht daheim. Der Ortsvorsteher von Dudenhofen hat mit Unterstützung des Hausmeisters und weiteren Helfern Tische und Stühle aufgebaut. Gegen 10.30 Uhr kommen zusätzliche Arbeitskräfte. 20 Freiwillige richten mit Tannengrün und Servietten die Tische her. Dann der erste Schreck: Es sind keine Kerzenständer da. Doch wo sind spontan so viele aufzutreiben? Eine Helferin weiß Rat und schafft den gewünschten Zierrat herbei – aus dem eigenen Keller. Nun muss mit dem Kaffeekochen begonnen werden: Immerhin werden gegen 14.30 Uhr 60 Kannen oder 600 Tassen Kaffee gebraucht – mit und ohne Koffein oder „bleifrei“ wie einer der älteren Spaßvögel sagt. Auch Tee wird angeboten, Milch und Zucker müssen auch noch auf den Tischen verteilt werden.

Dann geht es ans Schneiden der leckeren Blechkuchen. 1600 Stücke Rahm- und Streuselkuchen werden serviert. „Das müsste reichen“ hofft Gerald Klein. Seit fünf Jahren organisiert er die Veranstaltung. Weil es keine Ortsbeiräte mehr geben wird, muss die Vorbereitung im kommenden Jahr auf andere Schultern verteilt werden. Doch an den Adventsfeiern wird nicht gerüttelt. Das hat auch kürzlich Stadtverordnetenvorsteher Jürgen Kaiser offiziell mitgeteilt, als immer häufiger Befürchtungen laut wurden, die Feste könnten ganz abgeschafft werden.

Die Helfer haben alle Hände voll zu tun, um Kuchen und Kaffeekannen an die Tische zu schaffen. Seit fünf Jahren ist Renate Mahr mit von der Partie. Die Organisation macht ihr Spaß, doch besonders große Freude hat das Mitglied des Ortsbeirats an den Hausbesuchen, die auf Wunsch bei den älteren Herrschaften anstehen, die nicht mehr ins Bürgerhaus kommen können. „Das sind immer ganz besonders herzliche Begegnungen“, sagt sie. Leider haben die Sanitäter inzwischen schon ihren ersten Einsatz: Eine ältere Dame liegt auf der Erde. Sie wird sofort versorgt und soll vorsichtshalber ins Krankenhaus – auch wenn es ihr schon wieder gut geht, wie sie selbst sagt. Eine Beobachterin der Szene meint ganz freimütig: „Wir wissen alle nicht, ob es uns nächstes Jahr noch gibt, deswegen sind wir hier.“ Ihre Bekannten stimmen ihr lachend zu.

Selbstgebastelt - So gelingt der Adventskranz

Mit Kinderchor, Tanzvorführungen, Musik und Ansprachen von Ortsvorsteher Gerald Klein, Pastoralreferentin Andrea Köneke, Bürgermeister Jürgen Hoffmann sowie Stadtverordnetenvorsteher Jürgen Kaiser schreitet der Nachmittag schnell voran. Nach dem Kaffee sind längst andere Getränke dran: Auch Bier und Wein werden serviert, am frühen Abend gibt es noch Leberkäse und Brötchen. Unter den zahlreichen Gästen ist auch Anni Seib. Die 80-Jährige hat sich mit Bekannten und Nachbarn verabredet, um ins Bürgerhaus zu gehen. Seib: „Das ist ein schöner Nachmittag hier, zuhause ist man allein. Wir sind eine Gruppe von Frauen, deren Männer schon alle schon verstorben sind.“ Sie und ihre Freundinnen freuen sich über den hübsch geschmückten Tisch und die Bewirtung. Seib: „Als ich ein Kind war, da gab es nichts an Weihnachten. Das war ja eine arme Zeit, da war man über etwas Gestricktes froh.“

Quelle: op-online.de

Mehr zum Thema

Kommentare