Weinkönigin lobt Vielfalt in Rodgau

Weinfest: 1000 Sitzplätze reichen nicht aus

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Auch viele junge Leute treffen sich auf dem Weinfest.

Nieder-Roden - Als hätten alle Weinfreunde darauf gewartet: Das Weinfest auf dem Puiseauxplatz startete mit einem riesigen Andrang an Besuchern. Eine Stunde nach dem Beginn war kaum ein Sitzplatz mehr frei. Gegen 20 Uhr herrschte geselliges Gedränge auf dem ganzen Platz. Von Ekkehard Wolf 

Auf dem Weinfest trifft man Menschen aus allen Stadtteilen. Eine Besucherin drückt es so aus: „Ein Fest, bei dem aus Rodgau wirklich Rodgau wird.“ Das Weinfest findet zum 19. Mal statt - und es gibt tatsächlich Leute, die von Anfang an dabei sind. Dazu zählen sich zwei Ehepaare am Frankenwein-Stand, die ihre Namen nicht in der Zeitung lesen wollen. Eine der beiden Frauen stammt aus Unterfranken und hat ihren Mann im Lauf der Zeit vom Bier- zum Weingenießer gemacht. Ihre Geschmacksvorliebe beschreibt sie so: „Nicht so trocken, dass es staubt.“ Aber Bocksbeutel muss sein - schon aus Heimatverbundenheit. Ihre Bekannte am Tisch weiß die Gelegenheit zu schätzen, bei Winzern gute Weine zu probieren, die man auch gleich kaufen kann.

Weinkönigin Juliane I. aus Flonheim hingegen bevorzugt trockene Weine. Am liebsten einen Sauvignon Blanc („oft sehr grün, aber aussagekräftig für einen Weißwein“) oder einen Riesling („spritzig, mit Fruchtaromen“). Die 18-jährige Juliane Schäfer eröffnete das Weinfest auf dem Puiseauxplatz am Freitag schon zum zweiten Mal. Die Erklärung ist einfach: In ihrem Heimatort (2700 Einwohner, 25 Winzer) wird die Weinkönigin immer für zwei Jahre ernannt. 55 Auftritte hatte Juliane I. im vergangenen Jahr. Dennoch formuliert sie ihre kleine Eröffnungsrede jedes Mal neu, „immer passend zur Stimmung auf dem Fest“.

Weinfest in Nieder-Roden: Neue Motive

Das Besondere am Rodgauer Weinfest ist für sie die Vielfalt der Anbaugebiete und der Weine: „Ein solch breites Spektrum habe ich als Weinkönigin im vergangenen Jahr noch nicht gesehen.“ Die Besucher wissen diese Vielfalt zu schätzen. Manche probieren sich im Lauf der zehn Tage von Rheinhessen über die Pfalz und Baden bis nach Frankreich durch. Andere - wie die Frankenwein-Fans - findet man Abend für Abend an der gleichen Stelle.

Die Weinwoche auf dem Puiseauxplatz ist ein Teil einer ganzen Serie an Weinfesten in der Region - unter anderem in Dreieich, Obertshausen, Dietzenbach, Neu-Isenburg, Heusenstamm und Langen. Obwohl sie alle dem gleichen Konzept folgen, ist das Angebot jedes Mal anders: „Das ist nicht immer der ganze Zirkus, der weiterzieht“, sagt Weinfest-Organisatorin Gabi Staak, „nur zwei oder drei Anbieter machen die ganze Route mit.“ Einige Gäste übrigens auch: Gabi Staak kennt Leute aus Sulzbach im Taunus, die sie im Lauf des Sommers auf mehreren Weinfesten wiedertrifft.

In Rodgau sei fast immer gutes Wetter, lobt die Weinfest-Chefin. Sie erklärt das mit dem lokalen Klima: „Hier auf der Düne regnet es nicht so oft. Und der Badesee hat ja auch einen gewissen Einfluss aufs Wetter.“ Nur ein Unwetter vor etlichen Jahren hat Gabi Staak in unguter Erinnerung. Damals goss und stürmte es am letzten Abend: „Die Gäste haben die Zelte festgehalten, damit sie nicht wegfliegen.“

Quelle: op-online.de

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