Weinfest-Organisatoren denken an französische Freunde

Solidarität durch Lebensfreude in Nieder-Roden

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Wer die Wahl hat, hat die Qual, sagt das Sprichwort. In dieser Runde strafte die Vielfalt an Weiß- und Roséweinen aber den Volksmund Lügen.

Nieder-Roden - Der Terroranschlag von Nizza wirft seine Schatten auch auf Rodgau. Die Trikolore wehte auf Halbmast, als Weinprinzessin Carolin Uhr, Bürgermeister Jürgen Hoffmann und Andreas Spott von der Partnerschaftsvereinigung Nieder-Roden/Puiseaux das 20. Weinfest eröffneten.

Weinfest Nummer 20 auf dem Puiseauxplatz sollte ein besonders fröhliches werden. Die Voraussetzungen waren gegeben: Die ursprünglich rein Nieder-Röder Veranstaltung hat sich zum großen Stadtfest mit Gästen weit über Rodgau hinaus gemausert; das Wetter am Auftaktwochenende war zum Feiern nahezu ideal. „Ich hatte eine lustige Rede aufgesetzt“, beschrieb Andreas Spott von der Partnerschaftsvereinigung Nieder-Roden/Puiseaux seine Vorbereitung. Dass die nach dem Anschlag von Nizza in den Papierkorb wanderte, war noch das kleinste Problem der Organisatoren. Kann ein deutsch-französischer Verein fröhlich feiern, wenn ein Terrorist in Frankreich 85 Menschen ermordet und Hunderte schwer verletzt? Fragen wie diese gingen Spott und seinem Team durch den Kopf.

„Nein, wir wollen die Terroristen nicht gewinnen lassen“, sagte Spott. Bis auf etwas gedämpftere Musik gab es deshalb keine Einschränkung. Lebensfreude als Zeichen der Solidarität - diese Botschaft geht seit Freitagabend vom Puiseauxplatz nach Frankreich. Das hätte sich auch sein Puiseauxer Amtskollege Michel Touraine gewünscht, sagte Bürgermeister Jürgen Hoffmann. Die beiden hatten morgens miteinander telefoniert. Von Trauer und Traurigkeit war an den ersten beiden Weinfest-Abenden nichts zu spüren. Vor den Ständen, Zelten und Wagen feierten mehrere hundert Menschen und stießen mit Riesling, Sancerre und anderen guten Tropfen auf die Ferien an.

Bilder: Weinfest in Nieder-Roden

Quelle: op-online.de

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