Werkshalle nach Großbrand gesperrt

Feuerwehreinsatz dauerte mehr als 17 Stunden

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Feuerschein und Wasser um 3.30 Uhr früh: Die Feuerwehr löschte aus allen Rohren - bis zu 12.000 Liter pro Minute.

Jügesheim - Der Großbrand vom Dienstag beim Recyclingbetrieb Conrec hat eine Lager- und Sortierhalle so stark beschädigt, dass sie nicht mehr benutzbar ist. „Das Dach muss saniert werden“, sagte Geschäftsführer Sammy Endzweig gegenüber unserer Zeitung. Von Ekkehard Wolf 

Die Bauaufsicht des Kreises Offenbach sprach ein Nutzungsverbot aus. Die Polizei konnte gestern noch keine Brandursache nennen. Die Brandermittler hätten noch nichts gefunden, Laborproben würden noch ausgewertet, so ein Sprecher. Die Polizei schätzt den Brandschaden nun auf „mindestens 100.000 Euro“ - doppelt so hoch wie die erste Schätzung. Die Feuerwehr Rodgau hatte am Dienstag den längsten Einsatz seit Jahren. Er dauerte 17 Stunden und 30 Minuten. 150 Feuerwehrleute waren im Einsatz, viele von ihnen vom Morgengrauen bis in den Nachmittag und Abend. In der heißesten Phase waren 120 Einsatzkräfte gleichzeitig vor Ort. Mehrere Feuerwehren aus der Region unterstützten die Rodgauer. Dazu kamen zwei Dutzend Helfer der Johanniter und Malteser, die die Löschmannschaft mit Mineralwasser und Essen versorgte. „Die Menschen in unserer Stadt können stolz darauf sein, dass die so eine Feuerwehr haben“, lobte Bürgermeister Jürgen Hoffmann. Er betonte: „Die Kameradinnen und Kameraden sind alle ehrenamtlich unterwegs.“

Ein Anwohner hatte um 2.56 Uhr Alarm geschlagen. Zu diesem Zeitpunkt schlugen die Flammen bereits an zwei Seiten aus dem Gebäude. Im Lauf des Morgens brachten die Feuerwehrleute den Brand unter Kontrolle. Es sollte jedoch bis gegen 18.30 Uhr dauern, bis auch das letzte Glutnest gelöscht war. Warum dauerte das so lange? Stadtbrandinspektor Andreas Winter erklärt das mit der riesige Menge brennenden Materials: 2 500 bis 3 000 Kubikmeter gemischte Baustellenabfälle. Sie waren bis zu sechs Meter hoch aufgehäuft. „Wir konnten zunächst nur oberflächlich löschen“, berichtet Winter. Die langwierige Arbeit kam danach: Mit zwei Radladern brachten Conrec-Arbeiter das Material portionsweise in den Hof, wo es noch einmal gründlich unter Wasser gesetzt wurde.

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In den frühen Morgenstunden verspritzten die Einsatzkräfte bis zu 12.000 Liter Wasser pro Minute. „Grob geschätzt haben wir zwei Millionen Liter verbraucht“, berichtet Stadtbrandinspektor Andreas Winter. „Das Hydrantennetz hat genug Wasser für uns gehabt.“ Ein Mitarbeiter des Wasserwerks (ZWO) riet der Feuerwehr, an welchen Stellen sie das Netz am besten anzapfen konnte. Aus Sorge um die Sicherheit vermied der Einsatzleiter, die Löschmannschaft in die Halle zu schicken. Später am Tag wurden lose Dachbleche von der Drehleiter aus entfernt. Winter: „Die Sicherheit der Einsatzkräfte und Mitarbeiter stand an oberster Stelle.“

Bilder: Feuerwehr löscht Brand in Lagerhalle

Das Feuer vom Dienstag war der dritte Brand bei Conrec innerhalb von zwei Jahren. Geschäftsführer Sammy Endzweig betont, es sei der erste Brand gewesen, der einen Gebäudeschaden zur Folge hatte. „Das sieht von außen immer dramatischer aus als es ist“, sagt Endzweig. Nur eine Ecke der 1 500 Quadratmeter großen Halle sei in Mitleidenschaft gezogen worden, „vielleicht 20 Prozent“ der Fläche. Im Rest der Halle lagerten unbrennbare Materialien wie Bauschutt, Erde und Stahl. „Brennen kann es überall jederzeit“, sagt Geschäftsführer Endzweig. Sein Recyclingbetrieb sei auch nicht stärker gefährdet als andere Betriebe. Gemeinsam mit der Bauaufsicht werde über zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen entschieden. „Es wird die Firma etliches kosten, die Betriebsabläufe zu ändern“, so Sammy Endzweig.

Bürgermeister Hoffmann hält sich mit vorschnellen Forderungen zurück. Zunächst gelte es die Untersuchungen der Brandermittler abzuwarten. Dann wolle er „gemeinsam mit dem Kreis Kreis nach Konsequenzen schauen, um Gefährdungspotenziale für alle Betroffenen auszuschließen“.

Quelle: op-online.de

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