Plan greift auch Bürgerwünsche auf

Wilhelm-Leuschner-Straße soll schmaler werden

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Die Wilhelm-Leuschner-Straße soll für Autos schmaler werden - nur noch sechs statt 6,75 Meter.

Hainhausen - Breite Straßen verleiten zum Rasen, aber enge Fahrbahnen erfordern Vorsicht: Die Wilhelm-Leuschner-Straße soll schmaler werden. Die Stadt stellte am Dienstagabend in der SKV-Halle den jüngsten Plan zur Umgestaltung der Straße vor. Von Ekkehard Wolf 

Demnach soll sich die Fahrbahn künftig auf die Mindestbreite von sechs Metern beschränken. Breite Gehwege, Schutzstreifen und Parkbuchten mit Bäumen sollen die Straße auch optisch enger machen. Mit diesem Abend ging die Stadt einen ungewohnten Weg der Bürgerinformation. Die mehr als 50 Besucher bekamen einen Plan zu sehen, bevor Magistrat und Stadtverordnetenversammlung darüber entschieden haben.

Er hoffe, dass die Mandatsträger sich nicht übergangen fühlten, sagte Bürgermeister Jürgen Hoffmann zu Beginn. Auf Wunsch der Initiative „anwohnergerechte Verkehrslenkung“ (IAV) habe er den Informationsabend noch vor die Bürgermeisterwahl gelegt: „Es ist mir wichtig, dass wir offen und klar miteinander umgehen.“ Die Planung berücksichtigt auch Wünsche der Anwohner-Initiative, die seit 2011 mit der Stadt im Gespräch ist. „Wir haben sie ernst genommen und wir haben uns mit allen Punkten auseinander gesetzt“, betonte Hoffmann. Das Ergebnis: Zehn der 20 Anregungen seien in der Planung enthalten, drei weitere würden geprüft.

Erwin Kneißl, Sprecher der Initiative „Anwohnergerechte Verkehrslenkung“, betrachtet mit Hainhäuser Bürgern den Planentwurf zur Umgestaltung der Wilhelm-Leuschner-Straße. Ein Kreisverkehr soll die Ampelkreuzung an der Volksbank ersetzen.

Der Entwurf des Ingenieurbüros Habermehl + Follmann (Nieder-Roden) sieht breitere Geh- und Radwege sowie eine schmalere Fahrbahn vor. Neben den Vorgärten der Häuser liegt zunächst ein 2,50 Meter breiter Gehweg (bisher 2,05 Meter), dann ein Parkstreifen, der von Bäumen unterbrochen wird. Erst danach folgt die Straße, auf der sich gerade noch zwei Busse begegnen können. Ein Schutzstreifen von 75 Zentimetern trennt die Fahrbahn von einem drei Meter breiten Gehweg („Radfahrer frei“) am Rand der Rodau-Aue. Auch an der Ostseite, zur Wiese hin, sind Bäume vorgesehen.

Dieser Straßenquerschnitt soll Autofahrer dazu bringen, langsamer zu fahren. Damit der Verkehr flüssig läuft, soll ein Kreisverkehr die Ampelkreuzung an der Volksbank ersetzen. Die „gleichmäßige, faire Aufteilung des Straßenraums“ sei ein Ziel der Planung, sagte Harald Burkard vom Büro Habermehl + Follmann. Der Wunsch nach einer reinen Anliegerstraße sei unrealistisch. Die Bürgerdiskussion brachte gegensätzliche Äußerungen. „Sie können nicht einfach eine Straße bauen und uns Menschen völlig vergessen“, rief ein älterer Hainhäuser aufgebracht. Ein anderer Anwohner lobte die frühzeitige und ausführliche Information der Bevölkerung.

Zweifel äußerten Anwohner an den Ergebnissen einer Verkehrszählung von 2012: 8045 Fahrzeuge am Tag, davon nur 0,9 Prozent Schwerverkehr. Laut Bürgermeister Hoffmann ergaben Lastwagenkontrollen auf der Wilhelm-Leuschner-Straße, dass die Laster fast ausschließlich das Gewerbegebiet Hans-Sachs-Straße ansteuerten. Umstritten ist die geplante Radwegführung an der Ostseite. Die Anwohner-Initiative hält es für sinnvoller, wenn Kinder auf dem Schulweg nicht unnötig die viel befahrene Straße überqueren müssen.

Quelle: op-online.de

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