Parteienvertreter diskutieren zur Kommunalwahl

Wohnraum für alle Geldbeutel

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Auf dem Podium diskutierten (von links): Heiko Stenzel, Heino Reckließ, Jürgen Kaiser, Peter Konrad, Karl-Heinz Dauth, Otto Melzer, Benjamin Schwarz.

Nieder-Roden - Sozialer Wohnungsbau und Stadtentwicklung waren die Themen, an denen die Kommunalpolitiker gemessen werden sollten: So wollte es der Ortsverband Rodgau des Deutschen Gewerkschaftsbundes, der zur Podiumsdiskussion ins Sozialzentrum am Puiseauxplatz geladen hatte.

Sechs Vertreter der im Stadtparlament vertretenen Parteien waren der Einladung gefolgt: Lediglich die CDU glänzte durch Abwesenheit. Peter Konrad, Vorsitzender des DGB-Stadtverbands, erläuterte die Modalitäten: In jeweils drei Minuten sollten die Parteienvertreter ihre Positionen darlegen. Darüber hinaus konnten sie im Anschluss ein drittes, frei gewähltes Thema ansprechen. Unbestritten war die Notwendigkeit, sozialen Wohnungsbau zu fördern: Dies sei lange versäumt worden, sagte Karl-Heinz Dauth (Freie Wähler Rodgau).

Einigkeit herrschte auch über den Mix für jeden Geldbeutel vom Reihenhaus bis zum mehrgeschossigen Bau. Heino Reckließ (FDP) erteilte den Vorbehalten gegenüber der Frankfurter Wohnbaugesellschaft eine Absage: „Die AGB baut, was wir wollen und nichts anderes“, sagte er. Die Architektur müsse ansprechend und dennoch preiswert sein, wünscht sich Heiko Stenzel (Linke). Immerhin sei ein städtebaulicher Wettbewerb beschlossen, gab sich Benjamin Schwarz (Grüne) zuversichtlich.

Beim Thema Stadtentwicklung zeigte sich Stenzel überzeugt: Die gute S-Bahn-Verbindung und der Internetkauf koste den hiesigen Handel Kundschaft. Die Bürger werden mitmachen müssen, sagte Kaiser: „Es nützt ja nichts, Geschäfte anzusiedeln, wenn keiner hingeht.“ Winno Sahm im Publikum vertrat die Auffassung, dass es im engen historischen Zentrum keinen Lebensmittelgrundversorger mehr geben werde, die Einkaufsmärkte lägen deswegen zwischen den Stadtteilen gar nicht so schlecht.

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Carola Nowak von der Alternative für Deutschland, die im Publikum saß, wollte vom Veranstalter wissen, warum kein AfD-Vertreter eingeladen worden sei. Peter Konrad erklärte, dass Anfragen lediglich an die im Stadtparlament vertretenen Parteien gegangen seien. Sollte die AfD jetzt in die Stadtverordnetenversammlung gewählt werden, müsse man den Umgang mit der Organisation neu diskutieren. Das Publikum zeigte sich recht ungehalten und wollte die Diskussionveranstaltung nicht durch die AfD-Frau stören lassen.

Otto Melzer (Zusammen mit Bürgern) rief dazu auf, unbedingt zur Wahl zu gehen, Dauth forderte einen Ausbau der Schulsozialarbeit und Benjamin Schwarz erinnerte an das umfangreiche Kulturangebot in Rodgau. Kaiser sprach sich fürs Festhalten am Schwerpunkt Bildung und die Investition in die für Bürger kostenlose Kinderbetreuung aus: „Dafür haben die Straße vielleicht drei Löcher, das kann man noch später reparieren“, sagte er. (siw)

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Quelle: op-online.de

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