Zirkus „René und Patrizia Althoff“

Raubtiere fesseln einfach alle

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Dompteur Dominic Fischer mit einem beeindruckenden Tiger.

Nieder-Roden - Fast jedes Wochenende an einem anderen Ort, öfter in Wohnwagen schlafen als zu Hause und das alles für einen Auftritt überall im Land: So ist der Alltag beim Zirkus „René und Patrizia Althoff“, der mehrere Aufführungen auf den Wiesen am Badesee in Nieder-Roden gibt. Von Sven Stripling 

Doch wie steht es um die Branche in Zeiten, in denen Kinder sich doch vorrangig fürs Spielen mit Smartphone und Spielkonsolen interessieren? Und wie ist es, wenn man die meiste Zeit seines Lebens von einem Ort zum anderen reist, um immer wieder vor neuem Publikum zu stehen? Die Familie Althoff zählt zu den traditionsreichsten Zirkusunternehmen weltweit. Seit mehreren Hundert Jahren, seit ungefähr 1660, gibt es sie schon. Eines von 70 Unternehmen, das unter dem Namen „Althoff“ reist, ist der Zirkus „René und Patrizia Althoff“. Mit acht Tigern und fünf Löwen ist er nach eigenen Angaben der größte Raubtierzirkus in Europa. Doch gerade bei Raubtieren sind die Kosten für die Tierhaltung nicht unerheblich und es ist wichtig, dass der Kartenverkauf stimmt. In Nieder-Roden scheint dieser schon recht gut angelaufen zu sein. Allgemein sei das Familienunternehmen meistens zufrieden mit dem Kartenverkauf, meinte Dominic Fischer, zuständig für die Raubtiershow.

Ein zurückgehendes Interesse sei auch durch Smartphones oder Laptops nicht eingetreten. Freilich habe ein solch großer Zirkus auch einiges an Vielfalt zu bieten und da sei eigentlich für jeden etwas dabei, war sich Fischer sicher. Doch ohne die Tiere sei es einfach nicht dasselbe. Gerade Eltern mit Kindern würden immer wieder an der Abendkasse nachfragen, ob denn auch Raubtiere in der Show zu sehen seien. Das Einzige was sich durch die Jahre, solange wie Dominic Fischer (29) nun schon dabei ist, verändert habe, sei die Begeisterung der Kinder schon vor der Show. „Früher war das das Event für die Kinder, wenn der Zirkus in der Stadt war und viele kamen schon, nur um sich den Zeltaufbau anzusehen oder einen Blick auf die Tiere zu erhaschen“, erzählte er.

Er selbst stand als Kind von 13 Jahren schon mit drei Raubtieren in der Manege. Für ihn ist ein Leben ohne den Zirkus undenkbar: „Es ist immer noch aufregend und wird nie langweilig. Man sieht immer neue Orte und lernt neue Menschen kennen. Wenn man dann mal sechs bis acht Wochen zuhause ist in der Sommerpause, dann fängt man schon wieder an, all das zu vermissen.“ Und auch die Tiere sind das Zirkusleben gewöhnt. „Wenn sie die Musik hören, dann gehen sie schon in ihrem Käfig auf und ab und warten, dass sie endlich auf die Bühne können. Die wissen ganz genau, wann sie dran sind“, berichtete der Tigerdompteur mit einem Lächeln.

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Vorstellungen: Freitag, 6. und 13. März, jeweils um 16 Uhr; Samstag, 7. und 14. März, jeweils um 15.30 und 19 Uhr; Sonntag, 8. und 15. März, jeweils um 11 und 15 Uhr, Tel.: 0177/8846323. Die Tageskasse öffnet eine Stunde vorher.

Ein gut eingespieltes Team ist letztlich wohl aber der gesamte Zirkus. Wenn man die meiste Zeit des Jahres zusammen verbringt, wächst man auch irgendwie als große Familie zusammen. Anders ginge es auch nicht, bestätigte Fischer. Eine Show von zwei Stunden Länge, mit Akrobatiknummern in der Luft und am Boden, Jonglagekunststücken, Raubtiervorführungen, Pferdedressur und vielem mehr ist sonst auch nicht so einfach auf die Beine zu stellen. Allein der Zeltaufbau erfordert ja schon einiges an Teamarbeit und Zeitaufwand.

Quelle: op-online.de

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