In der Trauerhalle erklingt jetzt Orgelmusik

Zweite Grabanlage auf dem Friedhof in Dudenhofen

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Zwei Skulpturen dominieren das neue Urnengrabfeld auf dem Friedhof in Dudenhofen. Pfarrerin Christina Koch und Pfarrer Wendelin Meissner sprachen gestern Morgen zur Einweihung Gebete und Segensworte.

Rodgau - Der Trend zur Urnenbestattung ist ungebrochen. Gestern stellte der Friedhofsbetrieb der Stadtwerke auf dem Gottesacker in Dudenhofen eine neue Gemeinschaftsgrabanlage für Urnen vor.

Pfarrer Wendelin Meissner und Pfarrerin Christina Koch sprachen dazu Gebete und Segensworte. Seit Juli 2012 gibt es auf den sechs Stadtteilfriedhöfen Urnengemeinschaftsgrabanlagen, die den Hinterbliebenen pflegefreie Gräber bieten. Was an Restarbeiten ringsum nötig ist, übernimmt die Abteilung Friedhofswesen der Stadtwerke. Gestern stellten Stadtwerke-Chef Dieter Lindauer, Bürgermeister Jürgen Hoffmann und Sachgebietsleiterin Christina Breuninger in Dudenhofen das neue Urnengrabfeld vor. Es ergänzt die seit 2012 dort bestehende Anlage mit dem Titel „Kreissymbolik“. Sie bietet 86 Urnengrabstellen, 73 sind belegt. Mit der neuen Gemeinschaftsanlage kommen nun weitere 150 Plätze für Urnengräber hinzu. Auf dem Neuen Friedhof in Nieder-Roden war die bestehende Urnengemeinschaftsgrabanlage bereits im Frühsommer 2014 erweitert worden. Auch auf dem Friedhof in Dudenhofen entscheiden sich viele Angehörige für ein pflegefreies Urnengrab in dem kreisförmig angelegten Gräberfeld „Kreissymbolik“.

Auch die neue Anlage nimmt dieses Thema auf. Die künstlerische Gestaltung erinnert an den Kreislauf des Lebens. Den Mittelpunkt des Grabfeldes bilden die zwei Grabbeete, in ihrer Form angelehnt an das chinesische Yin und Yang-Zeichen. Ein Rasenweg verläuft zwischen den beiden Beeten und leitet die Friedhofsbesucher zu den Sitzsteinen im hinteren Bereich des Grabfeldes. Dort können Angehörige mit Blick auf die Grabbeete, die Staudenbepflanzung und die zwei Skulpturen verweilen. Die Skulpturen symbolisieren einen Gegensatz. Die Skulptur „Aufbruch“ beruht auf eckigen, aufwärtsstrebenden Formen und strebt dem Himmel entgegen. Die Skulptur „Andacht“ hingegen wendet sich nach innen und ist mit dem „Irdischen“ verbunden. Symbolisch wird hier ein Abbild für die Trauer, das Vergangene, aber auch für die Erinnerung an den geliebten Menschen geschaffen. Dem gegenüber steht ein zukunftsgewandtes, hoffnungsvolles Zeichen, das an Engelsflügel erinnert und einen Neuanfang und den Übergang in eine andere Daseinsform andeutet.

Die beiden Skulpturen stehen zwischen den Zierstauden, die niedrige immergrünen Bodendecker einrahmen. Diese Rahmenbepflanzung ist für die Urnenbeisetzungen vorgesehen. Mittig verläuft ein erhöhtes Natursteinband, auf dem Angehörige kleine Namensschilder aus Bronze anbringen können – analog zur Urnengemeinschaftsgrabanlage „Kreissymbolik“. Die Hinterbliebenen können Blumen, Kränze, Erinnerungsabgaben und mehr vor den Skulpturen und am Rand auf den eigens dafür gepflasterten Flächen ablegen.

Mehr als Orte der Trauer: Friedhöfe locken Touristen an

In der neuen Anlage befindet sich Platz für 150 Urnengrabstellen. Die Kosten der Baumaßnahme belaufen sich auf 35.000 Euro und nochmal 11.000 Euro für die beiden Skulpturen. Zur Vorstellung des neuen Gräberfeldes sprach Pfarrer Wendelin Meissner von der katholischen St.-Nikolausgemeinde Jügesheim den Segen und zitierte im Sinne der Ökumene und der gemeinsamen Wurzeln großer Weltreligionen einen jüdischen Segenswunsch, der unter anderem ausdrückte: „Ich wünsche Dir ein Herz, in dem viele Menschen zuhause sind und das nicht müde wird, Liebe zu üben und Schuld zu verzeihen. Ich wünsche Dir Augen, mit denen Du einem Menschen ins Herz schauen kannst und die nicht blind dafür werden, was er von Dir braucht.“ Ihm zur Seite stand Pfarrerin Christina Koch von der evangelischen Kirchengemeinde Dudenhofen, die zitierte: „Du bist mein Gott. Meine Zeit steht in Deinen Händen.“

Die Urnengrabanlage ist auf dem Friedhof in Dudenhofen nicht die einzige Neuerung. Stadtwerke-Chef Lindauer präsentierte gestern Morgen außerdem das neu gebaute Vordach der Trauerhalle (Bericht folgt) und eine neue Orgel für Trauerfeiern. 1000 Euro kostete die elektronische Orgel des niederländischen Herstellers Content Classical Organs. Gerhard Klein, viel gehörter Organist im Dekanat Rodgau, spielte zur Einweihung das Lied „Morning has broken“, das sich mit deutschem Text im evangelischen Gesangbuch wiederfindet, und das sehr getragene Largo von Georg Friedrich Händel.

bp

Quelle: op-online.de

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