15 Mal Noten zwischen 1,0 und 1,5

Schüler legen sich ins Zeug

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Die Besten der vielen guten Abiturienten an der Nell-Breuning-Schule: Sie alle haben einen Notenschnitt zwischen 1,0 und 1,5 und wurden dafür von der Schule und der Stadt Rödermark geehrt.

Ober-Roden - „Auch wenn es in euren Ohren vielleicht etwas altmodisch klingt: Das Abiturzeugnis ist ein Reifezeugnis!“

Was Oberstufenleiterin Christine Döbert - auch in Vertretung für den erkrankten Rektor Jochen Zeller - in der Kulturhalle erläuterte, traf auf 105 Abiturientinnen und Abiturienten der Nell-Breuning-Schule sowie die drei Abgänger mit Fachhochschulreife zu. Begleitet von ihren Familien, nahmen sie die Reifezeugnisse entgegen. Dieser Jahrgang schaffte einen Gesamtschnitt von guten 2,3. Verblüffend ist dabei die Spitze. 15 Abiturienten wurden von Schule und Stadt geehrt, weil sie sich einen Abschluss mit einem Notendurchschnitt zwischen 1,0 bis 1,5 erarbeitet hatten. Allen voran steht Julia Dzicher mit dem besten Abitur, gefolgt von Michel Göbel mit ebenfalls 1,0. Tasleem Munir und Julian Kompa freuen sich über 1,1; Janko Wilzbach über 1,2. Janik Weckesser, Anna-Lena Ohnesorge, Linda Roth, Pascal Graf und Olivia Hippchen erreichten 1,3, Benjamin Michel 1,4. Mit 1,5 im Schnitt sind Cédric Fauvé, Ann-Selin Onuk, Eva Müller und Michelle Dähler dabei. Zusätzlich wurden mehrere Schüler im Bereich Physik (Anna-Lena Ohnesorge), Chemie (Janis Weckesser) sowie für besondere Sprachzertifikate geehrt.

In den vergangenen Wochen keimte wieder einmal die Diskussion über den Stellenwert des hessischen Abiturs im Bundesvergleich auf. Unsere Zeitung fragte bei Oberstufenleiterin Christine Döbert nach, wie sie sich den seit Jahren bekannt guten Schnitt der Nell-Breuning-Abiturienten erklärt. „Wir freuen uns natürlich über unsere erfolgreichen Abiturienten und auch über die große Anzahl der sehr guten Ergebnisse, weil es uns bestätigt, dass wir viel richtig machen mit unserer Schulform und dem Konzept der individuellen Förderung, bei der man sich eben im Laufe seiner Schulzeit verändern kann. Da alle hessischen Schüler sich ja einem Landesabitur stellen, macht dies die Ergebnisse sehr viel vergleichbarer und objektiver als früher und wir können sicher sein, dass die Ergebnisse nicht dadurch zustande kommen, dass wir unseren Schülern zu ,leichte’ Aufgaben stellen.“

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Seit Einführung des Landesabiturs legen alle Schüler in fünf vorgeschriebenen Fächern Prüfungen ab, darunter in Mathe, Deutsch und Fremdsprache oder Naturwissenschaft. Bestimmte „leichte“ Fächerkombinationen sind nicht mehr möglich. „Und jeder, der sagt, heute gebe es ja keinen Anspruch mehr, ist herzlich eingeladen, sich an den Prüfungen zu versuchen und zu sehen, wie weit er denn da wirklich käme“, fordert Christine Döbert die Kritiker auf. „Grundsätzlich fällt auf, dass - sowohl bei uns als als Gesamtschule auch an den Gymnasien - die Schere in den Klassen und auch bei den Abiturergebnissen immer weiter aufgeht und das Mittelfeld zunehmend verschwindet.“ Die Schüler sind nach den Erfahrungen der Oberstufenleiterin oft wirklich sehr gut und eben auch sehr ehrgeizig und strebsam, weil sie ein klares Ziel oder einen bestimmten Numerus Clausus (NC) vor Augen haben und ihnen bewusst ist, dass das nur über sehr hohen Arbeitseinsatz und eine hohe Leistungsfähigkeit erreichbar ist. Schüler, die am Ende gut abgeschnitten haben, würden in der Regel auch von Anfang an entsprechend von ihren Eltern gefördert.

Auf der anderen Seite machen aber auch zunehmend Schüler das Abitur, die von der Grundschule keine Empfehlung hatten. „Bei uns ist es ja der gewollte Normalfall, dass Schüler eben die Möglichkeit haben, sich über die Jahre individuell zu entwickeln und zu steigern“, sagt Christine Döbert. „Und manche schaffen dann zu unserer großen Freude auch das Abitur – aber eben mit anderen Ergebnissen als die Spitzenschüler.“ Auch für Gymnasien gelte: Dort sind mittlerweile viele Kinder ohne Empfehlung, die dennoch einen Abschluss schaffen. (chz)

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Quelle: op-online.de

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