Keine Genehmigung der Bauaufsicht

Ärger um Gebetsraum in ehemaliger Gaststätte

Rödermark - Die 150 Mitglieder starke Ahmadiyya Muslim Gemeinde Rödermark hat Ärger mit der Kreisbauaufsicht und der Stadtverwaltung.

Seit Monaten nutzt die Ahmadiyya-Gemeinde eine frühere Gaststätte an der Konrad-Adenauer-Straße 9 im Stadtteil Urberach als Gebetsraum. Dafür liegt allerdings keine Genehmigung vor. Eigentlich hätte die Gemeinde für diese Nutzungsänderung (erst Kneipe, jetzt Gebetszentrum) bei der Bauaufsicht des Kreises eine Erlaubnis beantragen müssen. Dies ist bisher jedoch nicht geschehen.

Der für Samstag, 3. Oktober, in dem Gebetszentrum vorgesehene Tag der offenen Tür muss nun ausfallen. ,,Wir werden vor der Tür stehen und die Besucher empfangen", sagte dazu der Öffentlichkeitsbeauftragte der Gemeinde, Stefan Härter, gegenüber unserer Zeitung. Er kündigte an, die Gemeinde werde die Räume bis zur Klärung aller Fragen nicht mehr nutzen. Das Freitagsgebet verrichteten die Gläubigen dann heute bereits hinter dem Badehaus im Freien.

Härter sagte, die Religionsgemeinschaft werde prüfen, welche Genehmigungen erforderlich sind. Die Mitglieder beteten dort seit Monaten. Bei öffentlichen Veranstaltungen, an denen auch Kommunalpolitiker teilgenommen hätten, sei dies auch so kommuniziert worden. Nie habe sich die Stadtverwaltung daran bisher gestört. Auch habe die Polizei die Versammlungen nach einem Anruf besorgter Nachbarn einmal überprüft. ,,Das war eine sehr freundliche Begegnung." Das Gebetszentrum solle in der ehemaligen Gaststätte nur vorübergehend etabliert werden, da die Ahmadiyya-Gemeinde langfristig den Bau einer Moschee in Rödermark plane. Vorschläge dazu lägen der Stadt seit Jahren vor.

,,Wir sind davon ausgegangen, dass eine vorübergehende Nutzung einfach geduldet wird." Seine Gemeinde werde aber keinesfalls auf Konfrontation gehen. Anwohner hatten sich gewundert, warum der Tag der offenen Tür zunächst mit Plakaten beworben worden war, die dann plötzlich abgehängt wurden. Auf Anfrage unserer Zeitung sagte der Erste Stadtrat und Ordnungsdezernent Jörg Rotter, die Ahmadiyya-Gemeinde habe zunächst die Erlaubnis von der Stadt gehabt, zu plakatieren und auf ihren Tag der offenen Tür hinzuweisen. Als dann aber deutlich geworden sei, dass mit dem Tag der offenen Tür wohl auch die Eröffnung einer Moschee, respektive des Gebetszentrums geplant ist, sei man hellhörig geworden. ,,Wir haben dann bei der Kreisbauaufsicht und dem Landrat nachgefragt, ob eine Genehmigung für diese Nutzungsänderung vorliegt. Dies ist nicht der Fall." Die Werbung mit Plakaten sei daraufhin verboten worden.

Rotter sagte, er könne sich ,,nicht vorstellen, dass in der früheren Gaststätte ein Gebetszentrum zustimmungs- und genehmigungsfähig ist". Auch sei für ihn persönlich eine Moschee im Ortskern von Urberach ,,nicht gebietsverträglich". Stefan Härter vermutet hinter dem Vorfall auch ein Missverständnis. So sei zum Tag der offenen Tür ausdrücklich in die Moschee eingeladen worden. Dies habe missverstanden werden können, da die Moschee in Rödermark bisher ja lediglich geplant ist. (bp)

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

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