Eltern fordern mehr Sicherheit für Ampel

Gleichzeitiges Grün bringt Gefahr

+
Gehen oder stehen? Das fragen sich Grundschüler und Eltern an der „Kipferl“-Kreuzung, wenn die Ampel für Fußgänger und Autos gleichzeitig Grün zeigt.

Ober-Roden - Die Ampel an der „Kipferl“-Kreuzung zeigt sowohl für Fußgänger als auch für Abbieger Grün. Eltern sorgen sich um die Sicherheit ihrer Kinder und fordern seit Monaten zusätzliche Blinklichter. Von Michael Löw

Nachdem sich unsere Zeitung eingeschaltet hat, will die Straßenbaubehörde Hessen Mobil die Ampel aufrüsten. „Es ist bisher mehrfach passiert, dass Autofahrer die Kinder schlicht übersehen haben“, klagt Kathleen Vekaria, Mutter einer siebenjährigen Tochter. Das Mädchen besucht wie fast 40 andere Kinder aus den Wohngebieten Am Jubiläumsstein, Karnweg und Am Kreuz die Trinkbornschule. Auf dem Weg dorthin überqueren sie an der „Kipferl“-Kreuzung die L 3097. „Meine Tochter lief bei Grün los. Ich habe nur noch geschrien, als ein Auto Richtung Urberach abbog“, schildert Kathleen Vekaria einen dieser Beinahe-Unfälle. Sie hat den Fahrer bei der Polizei in Dietzenbach angezeigt, doch die Sache verlief im Sande.

Granett Teschke, Gülent Yando, Christoph Gemein und andere Eltern berichten von ähnlich brenzlichen Begegnungen. Gefährlich wird"s meist, wenn die Kinder auf einer Mittelinsel der L 3097 stehen und weiter Richtung Schule wollen. Dann zeigt die Ampel sowohl für sie als auch für Autos nach Urberach beziehungsweise Nieder-Roden Grün. Kathleen Vekaria: „Vor allem Linksabbieger beschleunigen stark, um vorm Gegenverkehr über die Kreuzung zu kommen!“ Dass noch kein Kind angefahren wurde, liegt nach Ansicht der besorgten Eltern nur bedingt an der Umsicht der Autofahrer, „Wir begleiten zum Glück unsere Kinder auf dem Schulweg“, sagt Christoph Gemein.

Kathleen Vekaria hat am 8. Dezember das Ordnungsamt über die Gefahr an der Ampel informiert. Gleichzeitig forderten die Eltern entweder gelbe Blinklichter, die Autofahrer auf die Kinder aufmerksam machen, oder eine neue Schaltung der mehr als 30 Jahre alten Anlage. Die Stadt gab die Beschwerde an Hessen Mobil weiter, denn Ampeln an Landstraßen fallen in die Zuständigkeit dieser Behörde. Seither wurden zwei Ortstermine angesetzt und diverse E-Mails hin- und hergeschickt. Hessen Mobil kündigte an, Kabeltechnik und Leitungen zu prüfen. Doch mehr ist nicht passiert. Jetzt wandten sich die Eltern mit ihren Nöten an unsere Zeitung - was offenbar Bewegung in den Ampel-Ärger brachte: „Rein von den Richtlinien her gesehen, besteht unsererseits hier kein Änderungsbedarf. Natürlich wollen aber auch wir die Schulkinder besser schützen“, erklärte Stefan Hodes von Hessen Mobil auf Anfrage. Deshalb werde seine Behörde die von den Eltern geforderten Blinklichter installieren.

Einfallsreich oder schlicht gelogen

Quelle: op-online.de

Kommentare