Reißleine gezogen

Kommentar zum Badehaus-Defizit

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Urberach - Es klang ja so verlockend: Die Stadt modernisiert das betagte Urberacher Hallenbad, baut eine Sauna- und Wellnesslandschaft für 1,3 Millionen Euro ins Untergeschoss und schon wird der Freizeittempel zum profitablen Betrieb. Von Michael Löw

Angesichts solch rosiger Expertenprognosen investierte Rödermark 2005/2006 fast 5,5 Millionen Euro in ein neues Badehaus. Der damalige Kämmerer Alexander Sturm plante über die Folgejahre gar mehrere hunderttausend Euro Saunagewinn für die Sanierung des Haushalts ein. Mit Ausnahme des FDP-Fraktionsvorsitzenden Manfred Rädlein klatschten alle Fraktionen Beifall. Doch seit der Eröffnung am 31. Mai 2006 pendelte sich das Badehaus-Defizit bei gut einer Million Euro per anno ein. Das liege allein am Schwimmbad, lautete das städtische Credo, die Sauna hole ihre Kosten herein. Zweifel gab's immer wieder, ernsthaft nachgebohrt hat aber niemand. Endlich - und hoffentlich nicht zu spät - hat der Erste Stadtrat Jörg Rotter mit spitzen Stift gerechnet und kommt zu dem wenig überraschenden Ergebnis, dass die Sauna eben doch Miese macht. Die einzig richtig Konsequenz ist eine Privatisierung. Und zwar eine 100-prozentige ohne jede offene oder verdeckte Subvention an den neuen Betreiber.

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Quelle: op-online.de

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