Gemeinsames Projekt von Viktoria, Germania, Stadt und Schule

Auftakt der Aktion „Kicken und Lesen“

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„Kicken und Lesen“ startete in der Halle Urberach. Bei dem Projekt arbeiten Viktoria, Germania, Stadt und Nell-Breuning-Schule zusammen. „Fußball - und die ganze Welt kickt mit!“ lautet der Titel des Buches, dass sich die Teilnehmer zum Auftakt genauer anschauten.

Rödermark - Fußball und Literatur bilden in Rödermark eine Allianz. Das Projekt „Kicken und Lesen“ möchte über den Sport die Begeisterung am Lesen fördern.

In der Halle Urberach fiel der Startschuss für das Projekt „Kicken und Lesen“, das die Lesekompetenz von Jungen über ihre Begeisterung für den Fußball stärken soll. Für dieses Projekt arbeiten Viktoria Urberach und Germania Ober-Roden zusammen. Unterstützung erhalten sie von der Nell-Breuning-Schule und der Stadt. Das Projekt „Kicken und Lesen in Hessen“ wird 2016 – außer in Rödermark – auch in Bad Nauheim, Fulda, Hanau und Pfungstadt angeboten. Die Hessenstiftung fördert es. Die fünf Standorte erhalten je 1 500 Euro. Die Germania und die Viktoria hatten mit ihrem Konzept „Zwei Vereine – eine Idee: Spaß mit Ball und Buch“ die Jury überzeugt. An zehn Terminen werden die zwölf Teilnehmer dem Ball hinterher jagen und genügend Zeit finden, Bücher zu lesen. Janina Laaz, Deutschlehrerin und Integrationsbeauftragte der Nell-Breuning-Schule, hat maßgeblich das pädagogische Konzept zu „Kicken und Lesen“ am Standort Rödermark verfasst. Sie war zum Auftakt wegen eines auswärtigen Vortragstermins zwar verhindert, hatte sich aber bereits im Vorfeld zu den Zielen des Projektes geäußert: „Wir wollen, dass die Jungs Lesen nicht als Last empfinden, sondern mit der Lust lesen, die sie auch beim Fußballspiel verspüren.“

Ähnlich sieht es Florian Jäger, der das Konzept mit Janina Laaz ausgearbeitet hatte: „Es geht darum, Leselust zu wecken, bei Kindern, die eigentlich mit dem Lesen nicht so viel am Hut haben. Wir werden schauen, dass wir die Fußballübungen mit dem Lesen verknüpfen“, sagte Jäger, der in der ersten Mannschaft der Germania spielt und Lehrer für Deutsch und Sport ist. Das Projekt richte sich an Jungs, da die nun einmal deutlich weniger Bücher lesen würden als Mädchen. Zum Auftakt widmeten sich die Teilnehmer dem Buch „Fußball – und die ganze Welt kickt mit!“ Alle Schüler der fünften und sechsten Klassen der Nell-Breuning-Schule hatten die Möglichkeit, sich für das Projekt zu bewerben. Janina Laaz wählte die Teilnehmer dann nach Rücksprache mit den Lehrerkollegen aus.

Bis Anfang Juli finden an fünf Wochenenden zehn Termine in der Halle Urberach, der Sporthalle Ober-Roden oder auch auf dem Germania-Sportplatz statt. Zum Abschluss werden die Teilnehmer der fünf Standorte von „Kicken und Lesen“ in Hessen auf Einladung des Zweitligistes FSV Frankfurt, der das Projekt ebenfalls unterstützt, ein Turnier veranstalten. Von der Germania gehören neben Florian Jäger auch David Tahhan und Philipp Dathe zum Trainerteam, von der Viktoria sind Sven Sulzmann, Ralf Bahnen und Maximillian Flick dabei. Thomas Mörsdorf koordiniert das Projekt.

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Germania-Vorsitzender Norbert Rink freute sich darüber, dass mit der Viktoria und der Germania zwei Vereine ein Gemeinschaftsprojekt auf die Beine gestellt haben. Die Teilnehmer an „Kicken und Lesen“ wurden mit Trikots ausgestattet, auf denen die Logos von beiden Vereinen zu sehen sind. Jürgen Braun, Vorstand Finanzen der Viktoria, gab zu, dass der Viktoria-Vorstand dem Projekt zunächst skeptisch gegenüber gestanden habe. Aber nicht etwa, weil man an der Sinnhaftigkeit von „Kicken und Lesen“ zweifelte. Es wurde allerdings befürchtet, dass das Projekt die personellen Kapazitäten des Vereins übersteige. Jürgen Braun dankte Thomas Mörsdorf daher noch einmal ausdrücklich, dass er das Projekt dennoch auf die Beine gestellt hatte.

Das erste Buch, das Bürgermeister Roland Kern gelesen hat, war übrigens auch ein Fußballbuch. 1954 lag „3:2“ von Fritz Walter, in dem das „Wunder von Bern“ ausführlich geschildert wurde, bei der Familie Kern unterm Weihnachtsbaum. „Mein erstes Buch war ein Fußballbuch, ohne Fußball hätte ich keine Bücher gelesen. Wenn ich keine Bücher gelesen hätte, wäre ich nicht Bürgermeister von Rödermark geworden“, meinte Kern.

ey

Quelle: op-online.de

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