Stadt macht Weg für Mini-Wohngebiet frei

Bahnhof Ober-Roden: Investoren drücken aufs Tempo

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Aktuellstes Steinchen im Bahnhofs-Mosaik sind zwei verklinkerte Häuser in der Eisenbahnstraße. Die Stadt macht mit einem Bebauungsplan den Weg die Sanierung frei.

Ober-Roden - Die Entwicklung rund um den Bahnhof gewinnt am Tempo. Den auffälligsten Fortschritt macht der Umbau des unter Denkmalschutz stehenden früheren Empfangsgebäudes. Aber auch auf der anderen Seite der Gleise tut sich hinter dicken Mauern oder planerisch was. Von Michael Löw 

Die Hallen des einstigen Galvanik-Werks Hitzel & Beck in der Odenwaldstraße sind entkernt, sagte Investor Harald Früchtenicht. Drinnen werden derzeit die letzten Chemikalien für die Entsorgung vorbereitet. Den Abriss will Früchtenicht im Juli beginnen. Der Projektentwickler aus Babenhausen will Rödermarks schlimmste Industrie-Altlast entgiften und auf dem fast 14.000 Quadratmeter großen Gelände etwa 150 Wohnungen, einige Geschäfte und eine Tiefgarage mit 300 Plätzen bauen. Die Revitalisierung des Ober-Röder Bahnhofs soll bis August abgeschlossen sein, die Handwerker biegen auf die Zielgerade ein. Diese Woche wurden die Fensterbänke aus Sandstein gesetzt, die ihren historischen Vorbildern fast auf die Pore gleichen. Unter dem Slogan „...liebe deinen Bahnhof“ will Bauherr Hans-Jörg Vetter mit Gefühlen Menschen rund um den Bahnhof ansprechen.

Vetters Partner sind Andrew Fordyce, ein in Rödermark lebender Südafrikaner, der weltweit Gastro-Trends nachspürt, und Hubert Sterzinger. Der entwickelt seit 30 Jahren emotionale Gastronomiekonzepte. „Dieses Projekt war bei ihm Liebe auf den ersten Blick“, sagt Hans-Jörg Vetter. Sterzinger hat unter anderem das Wasserschloss in Hamburg oder den historischen Bürklein-Bahnhof in München revitalisiert. Eines der beiden Büros im denkmalgeschützten Hauptgebäude will Vetter mit seinem Immobilienunternehmen beziehen. Die Verhandlungen für die übrigen Räume gehen in die entscheidende Phase. Mit der Vermarktung der Wohnungen will Vetter in einigen Wochen beginnen.

Auf der anderen Seite der Gleise entsteht ein kleines Wohngebiet für bis zu 100 Neu-Ober-Röder. Die Stadt stellt dazu den Bebauungsplan „An der Eisenbahn“ auf. Herzstück sind die Häuser Eisenbahnstraße 14-16 beziehungsweise 15-17, die unter Denkmalschutz stehen. Nach Auskunft von Bürgermeister Roland Kern will ein Investor sie sanieren und plant in ihrer Nachbarschaft drei freistehende Mehrfamilienhäuser - alles in allem etwa 30 Wohneinheiten. Der neue Bebauungsplan erleichtert auch die Nutzung anderer Grundstücke zwischen Bahngleisen und Odenwaldstraße.

Zum weiteren Bahnhofsumfeld zählt das geschlossene Einrichtungshaus „Weber Wohnideen“. Seit Ende Februar werden dort keine Möbel mehr verkauft. „Wir sind uns noch nicht sicher, was hier passieren wird“, sagte Mitgesellschafter Norbert Rink auf Anfrage unserer Zeitung. Fest stehe nur eines: „Einzelhandel wird es dort nicht mehr geben!“ Das dreigeschossige Gebäude direkt an den Schranken in der Dieburger Straße eignet sich seiner Ansicht nach hervorragend für seniorengerechtes Wohnen: „Wegen seiner Nähe zu Bahnhof, Kirche und Kulturhalle wäre es doch ein idealer Standort.“ Eine Entscheidung will Rink bis September oder Oktober treffen.

Quelle: op-online.de

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