Bahnhof Ober-Roden wächst nach Norden

Tonnenschwere Platten am Haken

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Platte um Platte wuchs gestern Morgen das Dach über dem wieder aufgebauten Geräteschuppen, in dem Investor Hans-Jörg Vetter die Bahnhofsgaststätte unterbringen will.  

Ober-Roden - Der Bahnhof Ober-Roden bekommt ein neues Gesicht, das dem alten ähnlicher ist als das derzeitige. Gestern erhielt der wieder aufgebaute Gepäckschuppen sein Dach. Zum 125. Geburtstag im nächsten Jahr will Investor Hans-Jörg Vetter den unter Denkmalschutz stehenden Bahnhof mit Gaststätte, Geschäften und Appartements wieder eröffnen.

17 tonnenschwere Betonplatten bilden seit gestern das Dach der künftigen Bahnhofsgaststätte. Die ist in in der früheren Gepäckhalle untergebracht und läuft zum Ort hin parabelförmig aus. Zwei Tieflader hatten die Bauteile nach Ober-Roden transportiert, ein Autokran beförderte sie nach oben. Trotzdem hätten alle Busse ohne Probleme den Bahnsteig ansteuern können, war Bauherr Hans-Jörg Vetter mit der Logistik zufrieden.

In der einstigen Wartehalle verlegten Omar Metovic und Marek Wojtasik von der Firma Dubnica derweil Rohre.

Der Urberacher Projektentwickler hatte den 1890 errichteten Bahnhof und ein Stück seines Vorplatzes im Mai 2013 für rund 70.000 Euro von der Stadt gekauft, um ihn den Auflagen des Denkmalschutzes entsprechend zur revitalisieren. Vetter und der Magistrat versprechen sich davon eine Aufwertung des südlichen Altorts von Ober-Roden. Vetter verhandelt derzeit mit Gastronomen über ein modernes Konzept, das „etwas Besonderes, aber nichts Abgehobenes“ sein soll. Er plant 60 bis 70 Plätze im Erdgeschoss, dazu Dachterrasse und Biergarten. Im eigentlichen Stationsgebäude will er einen Backshop mit breitem Sortiment rund ums Bahnfahren und den Fahrkartenverkauf unterbringen. Der Mittelteil wird zu einer klassischen Wartehalle für Pendler - allerdings mit gediegenem Ambiente.

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Gehoben sind auch die möblierten Appartements im Obergeschoss und unterm Dach. Vetter würde die Wohnungen am liebsten komplett an ein Unternehmen vermieten, das seine Führungskräfte dort verkehrsgünstig unterbringen könnte. Auch Rödermärker Firmen hat er das Konzept schon vorgestellt, die Verhandlungen sind aber noch nicht so weit wie bei den Gewerberäumen: „In diesem Preissegment wollen Interessenten etwas Fertiges sehen, bevor sie unterschreiben.“

Bleiben die Arbeiten im Zeitplan, will Hans-Jörg Vetter den für rund eine Million Euro runderneuerten Bahnhof im Frühsommer 2015 einweihen.

Quelle: op-online.de

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