Landtags-Vize Lortz besucht Gemeindezentrum

Mini-Zins macht Katholiken Kummer

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Mit dem Erlös will Klaus Gaebler (Mitte) das 2014 eingeweihte Gemeindezentrum an der Kirche finanzieren, durch das er Landtags-Vizepräsident Frank Lortz und den Ersten Stadtrat Jörg Rotter führte. Die Gäste zeigten sich von der professionell ausgestattenen Küche beeindruckt.  

Urberach - Die niedrigen Zinsen für Baugeld bereiten der katholischen Kirchengemeinde Kopfzerbrechen. Die wollte das Gallusheim-Gelände ursprünglich mit einer Erbpachtregelung an junge Familien vergeben, die dort ein Haus kaufen wollen.

Doch Erbpachtverträge haben eine Laufzeit zwischen 50 und 99 Jahren, in der Regel werden zwischen drei und fünf Prozent Pacht fällig. Das rechnet sich kaum noch, wenn Banken für Immobiliendarlehen teilweise deutlich weniger als zwei Prozent Zinsen verlangen. „Wir überlegen deshalb, für unser mehr als 2000 Quadratmeter großes Grundstück in der Schömbsstraße neue Wege zu gehen“, sagte St. Gallus-Pfarrer Klaus Gaebler beim Besuch von Landtags-Vizepräsident Frank Lortz (CDU) im neuen Gemeindezentrum. Der Erlös soll den Urberacher Katholiken bei der Finanzierung des im vorigen Sommer eingeweihten Neubaus helfen. Die Gallus-Gemeinde muss ein Darlehen von 520.000 Euro tilgen. Auf der Habenseite - sprich: dem Spendenkonto - stehen immerhin schon 170.000 Euro.

Lortz stockte es um 1000 Euro auf, die er als Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse Langen-Seligenstadt mitgebracht hatte. Der CDU-Politiker Lortz kennt das 2008 aufgebene Gallusheim noch von den großen Haspel- und Heringsessen seiner Rödermärker Parteifreunde. Für den Landtags-Vizepräsidenten Lortz war es der erste offizielle Besuch in einer Rödermärker Kirchengemeinde.

„Wir wären froh, wenn wir in Froschhausen ein Pfarrheim so nah an der Kirche hätten. Aber das Maximilian-Kolbe-Haus ist einen Kilometer weg“, sagte Lortz und gab noch einmal den Befürwortern des Neubaus in zentraler Lage Recht. Das Land hatte ihn mit 100.000 Euro bezuschusst, weil auch die städtische Senioren- und Jugendarbeit Räume nutzen beziehungsweise nutzen wollen. Während ältere Urberacher dort schon eine Weile Karten spielen oder Sprachen lernen, müssen die Jungen noch warten. Gaebler: „Wir sind dran. Aber die Stadt muss sicherstellen, dass immer einer ihrer Sozialarbeiter da ist.“

Der Pfarrer will das neue Haus noch stärker ins Gemeindeleben einbinden. Das zur Hauptstraße hin gelegene Gallus-Stübchen eignet sich seiner Ansicht nach gut für schwach besuchte Werktagsgottesdienste. Im nächsten Winter soll die Idee Wirklichkeit werden: „Dann brauchen wir unter der Woche die Kirche nicht mehr heizen.“ (lö)

Quelle: op-online.de

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