Gefälschte Unterschrift auf Überweisungsformular

Betrüger gerade noch gestoppt

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Symbolbild

Ober-Roden - Sogar im Zeitalter des Online-Bankings setzen Betrüger auf die gute, alte Papierüberweisung, um anderer Leute Konto zu plündern. Ein Ober-Röder Verlag wäre beinahe um 15.000 Euro geprellt worden. Doch eine Angestellte der Hausbank passte auf. Von Michael Löw 

Vor einer neuen Betrugsmasche warnt der Geschäftsführer der VDL-Verlags GmbH in Ober-Roden, Eckhard von der Lühe. Die Aufmerksamkeit seiner Bank hat sein Unternehmen vor einem Verlust von fast 15.000 Euro bewahrt. Betrüger hatten einen Überweisungsschein seiner Hausbank ausgefüllt. Das Formular enthielt eine Bankverbindung in Spanien, einen Zahlungsbetrag und -grund sowie die Kontonummer des zu belastenden Bankkontos - wie es bei nicht elektronischen Überweisungen eben gang und gäbe ist. Allerdings war die Unterschrift gefälscht. „Offenbar wurde die Unterschrift des Chefredakteurs einer Fachzeitschrift unseres Verlages eingescannt und missbraucht“, vermutet von der Lühe. 14.868 Euro sollten auf das Konto eines Lizzy Samuel auf der iberischen Halbinsel überweisen werden. Einer Bankmitarbeiterin kam die Angelegenheit im wahrsten Sinne des Wortes „spanisch“ vor, weil die Unterschrift bei ihr nicht hinterlegt war und der Verlag zudem seine Geldgeschäfte üblicherweise elektronisch erledigt.

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Nach Ansicht von der Lühes war eine gehörige Portion Glück dabei, dass sein Geschäftskonto nicht um so viel Geld erleichtert wurde. Der Chefredakteur sei nicht zeichnungsberechtigt. „Hätten die Betrüger meine eigene Unterschrift oder die eines zeichnungsberechtigten Mitarbeiters gefälscht und damit den Überweisungsauftrag unterschrieben, wäre das Geld höchstwahrscheinlich erst mal in weg gewesen und uns viel Ärger beschert worden“, resümiert Geschäftsführer von der Lühe.

Der VDL-Verlag hat mit seiner Bank vereinbart, dass die künftig bei allen nicht-elektronischen Überweisungen nachfragt beziehungsweise eine schriftliche Genehmigung der Geschäftsführung verlangt. Von der Lühe hat außerdem Strafanzeige gestellt. Betrug per Papierüberweisung ist zwar kein Massendelikt. Doch 2014 wurden beim Polizeipräsidium Südosthessen 100 dieser Betrügereien angezeigt, sagte Pressesprecher Ingbert Zacharias gestern gegenüber unserer Zeitung. 44 Fälle wurden aufgeklärt. Voriges Jahr hat die Polizei 24 von nur noch 51 Betrügern das Handwerk gelegt.

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Quelle: op-online.de

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