Betrug bei Ebay-Kleinanzeigen

Musiker zahlt Lehrgeld im Internet

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Ober-Roden - Ein Musiker aus Ober-Roden ist bei einem Ebay-Geschäft Opfer eines Betrügers geworden. Er kaufte und bezahlte eine Klarinette, doch gesehen hat er das Instrument nie.

Dabei hatte der Onlinehandel bestens begonnen: Der Ober-Röder mailte dem Verkäufer detaillierte Fragen zu der Klarinette und erhielt prompt Antworten, die ihn von der Seriosität des Angebots überzeugten. Nachdem der Musiker den Kaufpreis überwiesen hatte, schaute er in die Röhre: Die Klarinette wurde nicht geliefert, der angebliche Verkäufer löste sein Konto auf, nachdem er das Geld abgehoben hatte. Dabei stellte der geprellte Käufer fest, dass die Kontodaten nichts mit der Bankverbindung des Anbieters zu tun hatten. Vermutlich hat sich der Betrüger in dessen Ebay-Konto eingehackt.

Die Ebay-Kleinanzeigen sind Deutschlands meist besuchtes Online-Handelsportal. Pro Monat suchen dort acht Millionen Deutsche nach Schnäppchen oder bieten ihre Waren vom Smartphone bis zum Musikinstrument an. Klar, dass Ganoven mitverdienen wollen.

Auf einen Warenbetrüger hereingefallen

Der Ober-Röder Klarinettenspieler ist auf einen Warenbetrüger hereingefallen, erläutert Kriminalhauptkommissar Markus Wortmann. Er ist beim Polizeipräsidium Südosthessen für die Internetprävention zuständig, Cybercrime heißt seine Abteilung. Die ermittelte 2013 insgesamt 990 solcher Betrüger in der Region Offenbach, Hanau und Main-Kinzig. Die Aufklärungsquote ist hoch, deshalb geht die Zahl dieser Fälle zurück. „Die Käufer sind oft naiv“, stellt Wortmann immer wieder fest. Kaum jemand frage, ob Tiefpreise von weniger als 50 Prozent der Empfehlung des Herstellers nicht irgendwo einen Haken haben. Unabhängig vom Preis schützen ein paar Tipps der Polizei vor bösen Überraschungen:

  • Verkäufer und Kontoinhaber sollten identisch sein.
  • Käufer sollten bestellte Waren nicht im Voraus bezahlen und kein Geld ins Ausland oder auf Treuhandkonten überweisen.
  • Käufer sollten sich alle Details schriftlich bestätigen lassen und diese Kontakte auch protokollieren.

Ebay empfiehlt betrogenen Käufern darüber hinaus, über „Mein eBay“ den Fall zu schildern und den nicht erhaltenen Artikel melden, damit der echte Verkäufer und das Unternehmen der Sache nachgehen können.

Quelle: op-online.de

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