Bürgerfest der Quartiersgruppe Waldacker

Aus dem Dornröschenschlaf erwacht

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Vor dem Bürgertreff brachten Mitglieder des Vereins „Alle für Alle“ ganz neue (persische) Klänge ins Quartiersfest mit und luden zum Mittanzen ein.

Waldacker - Zur Eröffnung eher ruhig, im Lauf des Nachmittags voll lebendiger Unruhe: Waldacker bewies beim Bürgerfest, dass es lebt und dass die dort wohnenden Menschen durchaus bereit sind, für Geselligkeit zu sorgen und sie auch zu genießen.

Dank der Vereine und dank eines gnädigen Wettergotts wurde das zweite Fest der Quartiersgruppe Waldacker ein voller Erfolg. Weithin ragte die mobile Kletterwand, welche die städtische Jugendarbeit ausgeliehen hatte, über die kleine Festmeile hinaus und zog junge Besucher in großen Scharen an. Wer dafür zu klein war, genoss die große Hüpfburg oder die Bastel- und Schminkstände etwa des Kindergartens. Die Erwachsenen nutzten die zahlreichen Informationsangebote von „Nachbarn schützen Nachbarn“ über die Sozialvereine bis hin zur Seniorenhilfe, bestaunten Kunstwerke an einem privaten Stand oder suchten sich etwas zu essen und ein schattiges Plätzchen dafür. Musik und Tanz – für Waldacker sonst ein Fremdwort – gabs zu Hauf. Nicht nur der Jazzclub sorgte mit einem Duo für die passende Stimmung „in the mood“, auch der anschließende Stilwechsel mit einem Trio der Gruppe „Alle für Alle“ (AFA) mit Musik mit überwiegend persischen Wurzeln traf den Geschmack. Nach einigem guten Zureden gesellten sich auch deutschstämmige Waldackerer zu der Gruppe der Tänzerinnen. Die AFA-Frauen hatten auch ein großes Büfett mit persischen Leckereien aufgebaut.

Eine Kletterwand lockte Waldackers Jugend wie hier Allyna (links) und Joseline in luftige Höhen. Das Jugendzentrum hatte sie beim Hessischen Sportbund ausgeliehen.

Unzählige Kuchen im Bürgertreff ließen erkennen, dass sich viele Menschen an der Festvorbereitung beteiligt hatten – sehr zur Freude der städtischen Sozialarbeiterin Sandra Seibert, die den Quartiersprozess begleitet und ihn bei drohenden Stillständen immer wieder angestupst hatte. Jetzt läuft er und viele Bürger staunten nicht schlecht, was hier alles getan wird. „Ach, hier gibt es wieder einen Bäcker?“ Solche und ähnliche verwunderte Ausrufe gab es beim Straßenfest viele zu hören. Der Bürgertreff schien sich schon über so viel Leben an seinen Mauern zu freuen: „Die weiteren Ziele sind klar gesteckt, drum wird der Bürgertreff aus seinem Dornröschenschlaf geweckt.“ Das hatte Quartierssprecherin Marisa Haring zur Festeröffnung gereimt. Damit überzeugte sie auch den Bürgermeister, der sich mit herzlichen Worten für die lebendige Mithilfe aus dem eigenen Ortsteil bedankte. Nach einigen leichten Anschubsern versprach er, jedes zukünftige Bürgerfest mit einem Fassanstich zu eröffnen.

Bürgerfest der Quartiersgruppe Waldacker: Fotos

Dankbar kann der Rathauschef aber auch für diese Mannschaft der Quartiersgruppe sein. Sie hat ihm schon viel zusätzliche Arbeit durch ihre Forderungen und Wünsche beschert. Die engagierten Bürger haben ihren Stadtteil damit viele kleine Schritte vorangebracht. Allerdings war der Wunschbaum für Waldacker nach diesem Quartiersfest wieder dicht belaubt. Von der Tempoverlangsamung in der Goethestraße über die Zebrastreifen auf der Hauptstraße bis zur Radquerung an der Kreisquerverbindung kamen neue Wunschblätter daran, die eher schwer zu ernten sein werden. Andere Wünsche sind leichter zu erfüllen, wie etwa „dass mein Nachbar nicht immer seine Zigarettenkippen auf die Straße und in meinen Garten wirft“. Es gibt viel zu tun, fangen wir an, könnte man sagen. Das wäre ganz im Sinne von Marisa Haring: „Zusammenhalt – das demonstrieren wir in unsrem kleinen gallischen Dorfe hier.“

Wer sich daran beteiligen möchte, Waldacker noch lebens- und liebenswerter zu machen, kann sich der Quartiersgruppe anschließen. Sie besteht aus engagierten Bürgern, die das Leben im Ortsteil annehmlicher gestalten wollen. Die Gruppe trifft sich am ersten Dienstag jedes Monats im Bürgertreff. Weitere Infos: www.quarter-waldacker.de

chz

Quelle: op-online.de

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