Bürgermeister für dritte Amtszeit

Roland Kern: Rathaus statt Ruhestand

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Den Parteivorsitzenden Eckhard von der Lühe und Periham Demirdöven ist die Erleichterung anzusehen, Roland Kern kämpfte nach seiner einstimmigen Nominierung zum Bürgermeisterkandidaten noch mit den Emotionen. In gut zwei Jahren müssen die Rödermärker Grünen vielleicht schon wieder einen Bewerber fürs höchste Amt in der Stadt suchen. Denn Kern kündigte an, dass im Fall eines Wahlsieges zum 30. Juni 2019 zurücktreten wird.

Rödermark - Roland Kern (AL/Grüne) will 2017 zum dritten Mal Bürgermeister von Rödermark werden und nicht wie geplant am 31. Mai in Ruhestand gehen. Von Michael Löw

Der 69-Jährige tritt am 5. Februar gegen Carsten Helfmann (CDU), Samuel Diekmann (SPD) und Tobias Kruger (FDP) an, weil der mit viel Vorschusslorbeeren bedachte Karl Schäfer seine Bewerbung am 26. Oktober zurückgezogen hatte. Die Kandidatenriege für die Bürgermeisterwahl 2017 ist wieder komplett. Amtsinhaber Roland Kern bewirbt sich am 5.  Februar um die eigene Nachfolge. Er tut’s mit der höchst möglichen Rückendeckung seiner Parteifreunde: Bei der Mitgliederversammlung am Mittwochabend stimmten alle 41 Teilnehmer für den Kandidaten Kern. Der 69-Jährige darf nochmals antreten, weil die Hessische Landesregierung die Altersgrenze für Bürgermeister 2015 aufgehoben hatte.

Die AL sei nach dem Rückzug ihres im Sommer nominierten Kandidaten Karl Schäfer in eine „gewisse Schockstarre“ verfallen, bekannte Parteivize Eckhard von der Lühe zu Beginn der Versammlung. Der Vorstand hätte rund 80 Tage vor der Wahl einen „veritablen Kandidaten, der nicht ins offene Messer läuft“, finden müssen. Das Problem: Ehrenamtliche AL-Politiker hätten dies in so kurzer Zeit mental, inhaltlich und organisatorisch nicht bewältigen können.

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Erleichterte Stoßseufzer der Basis begleiteten deshalb Kerns Weg ans Podium – obwohl sein Name an diesem Abend noch nicht einmal zusammen mit dem Wort Kandidatur gefallen war. Kern hielt diese Spannung auch aufrecht, indem er zunächst eine positive Bilanz seiner fast zwölfjährigen Amtszeit zog und erst dann die „erheblichen Aufwallungen“ nach dem Rückzug der Bürgermeisterkandidaten Jörg Rotter (CDU) und Karl Schäfer erwähnte: „Viele sehen die Stabilität und die Kontinuität in der Stadtpolitik gefährdet.“

Kern sah buchstäblich schwarz für Rödermark. Würde am 5. Februar nämlich der neue CDU-Bewerber und amtierende Bürgermeister von Eppertshausen, Carsten Helfmann, zum Rödermärker Verwaltungschef gewählt, würden die Christdemokraten alle Schlüsselpositionen in der Stadt besetzen: Bürgermeister, Erster Stadtrat, Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung, strategische Mehrheit im Magistrat. Das widerspräche dem Ergebnis der Kommunalwahl vom 6.  März, bei der die CDU 39,5 Prozent bekam. Die politische Balance hätte in diesem Fall nur wiederhergestellt werden können, wenn die Stelle des Ersten Stadtrats Jörge Rotter am 1.  Juli 2019 durch einen AL-Politiker besetzt würde. „Das ist ein Preis, den keiner will“, zollte Kern seinem Stellvertreter vor der AL-Basis Respekt.

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Kerns Stimmte stockte immer wieder, als er den weiteren Weg skizzierte: Er stellt seine Lebensplanung zurück, kandidiert als Bürgermeister und würde nach einem Wahlsieg zum 30. Juni 2019 zurücktreten. Nach gut zwei Jahren würden die Bürger erneut einen Bürgermeister wählen, gleichzeitig entscheidet das Parlament über die mögliche Wiederwahl des Ersten Stadtrats Jörg Rotter. Beifall und Umarmungen lösten die greifbare Spannung.

Gegenüber unserer Zeitung sagte Roland Kern gestern, dass er die Anfrage des AL-Vorstandes nach einer neuen Kandidatur Ende Oktober zunächst verworfen habe. Seine persönliche Planung sei auf einen Ruhestand nach zwölf Jahren Bürgermeister am 1. Juni 2017 abgestimmt gewesen. Erst seit vorigen Freitag habe er mit seiner Frau Angelika und seinen Söhnen über eine dritte, verkürzte Amtszeit gesprochen, am Sonntagabend gab er seine Zusage.

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Quelle: op-online.de

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