Bürgermeisterwahl in Rödermark

Wahlkampf nimmt volle Fahrt auf

Rödermark - Vor einer Woche hat Roland Kern angekündigt, dass er bei der Bürgermeisterwahl am 5.  Februar nochmals als Kandidat der Anderen Liste antritt.

Damit ist der Wahlkampf voll entbrannt: Die CDU, die Anfang Oktober Carsten Helfmann nominiert hat, wirft dem amtierenden Verwaltungschef ein „durchschaubares Spiel“ und „Postengeschacher“ vor. Die AL nennt Kerns Kandidatur dagegen einen „Beitrag zur Personaleinsparung und zur Haushaltskonsolidierung“. Die CDU-Vorsitzende Patricia Lips kritisiert den Rückzug des ursprünglichen AL-Kandidaten Karl Schäfer Ende Oktober als taktisches Manöver. Bereits damals hätten viele vermutet, dass dies geschah, damit Kern noch einmal antreten kann, obwohl er seit Jahren erkläre, dass er sich auf den Ruhestand ab Juni freue.

Schäfers Rückzug, so Lips, geschah unmittelbar nach Bekanntgabe der Kandidatur des Eppertshäuser Bürgermeisters Carsten Helfmann durch die CDU. „Von der ersten Stunde an“ sei Helfmann in Rödermark unterwegs gewesen und habe mit Sport-, Musik- und Gesangvereinen sowie der Feuerwehr gesprochen.

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Dass der dann 71-jährige Kern 2019 nach nur 25 Monaten zurücktreten und erneut einen Bürgermeister wählen lassen will, stürze Bürger und Parteien in einen Dauerwahlkampf. Die CDU befürchtet eine Lähmung an der Spitze Rödermarks. Der grüne Kandidat wolle diese Wahl zudem mit der dann routinemäßig anstehenden Stadtratswahl koppeln. Patricia Lips: „Damit macht er deutlich, dass es ihm nicht um die Zukunft dieser Stadt geht, sondern um das Geschachere von Posten, eine Haltung, die er jedenfalls in der Vergangenheit immer vermeintlich bekämpft hat. Das Spiel ist durchschaubar.“

Die CDU biete mit Carsten Helfmann als Bürgermeisterkandidat und Jörg Rotter als Erstem Stadtrat ein junges Team mit der „Kraft, für Rödermark Positives zu bewegen“. Rotter bildet seit 2013 mit Kern die grün-schwarze Stadtspitze. „Mit einer klaren und nachvollziehbaren Begründung hat Roland Kern seine erneute Kandidatur als Bürgermeister angekündigt. Dafür hat er das einstimmige Votum der AL-Mitglieder erhalten“, kontert der stellvertretende AL-Vorsitzende Eckhard von der Lühe. Wie kein anderer stehe Kern für wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, behutsame Stadtentwicklung, kulturelle Identität, soziale Gerechtigkeit und ökologische Nachhaltigkeit.

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Die von Kern angestrebte Verlängerung seiner Amtszeit bis zum 30. Juni 2019 sei offen, ehrlich, nachvollziehbar und sinnvoll. Mit der zeitlichen Verknüpfung zur Amtszeit des Ersten Stadtrats würden die politischen Kräfteverhältnisse am besten wiedergespiegelt. Nach den Rechnungen der AL verursacht eine vorgezogene Bürgermeisterwahl 2019 keine Mehrausgaben. Das Gegenteil sei der Fall: Kosten von rund 15 000 Euro stünden Einsparungen in sechsstelliger Höhe gegenüber. Die Stadt müsse - wie in den vergangenen vier Jahren auch - keine Pension an Kern zahlen und spare die Personalkosten für einen neuen Bürgermeister.

AL-Vize Eckhard von der Lühe: „Jeder Tag, den Roland Kern länger Bürgermeister ist, ist auch ein Beitrag zur Personalkosteneinsparung und zur Haushaltskonsolidierung.“ (lö)

Affären: Diese Politiker sind NICHT zurückgetreten!

Quelle: op-online.de

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