Mit Carsharing die Umwelt entlasten

Leihwagen an den Bahnhöfen in Rödermark

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Eine Karte, die übers Lesegerät unter der Frontscheibe gezogen wird, öffnet die Zentralverriegelung des Carsharing-Autos.

Rödermark - Carsharing - also das Prinzip ein Auto zu nutzen, statt es zu besitzen - ist seit gestern auch in Rödermark möglich. Das Mühlheimer Autohaus Pittner hat an den Bahnhöfen in Ober-Roden und Urberach Verleihstationen eingerichtet.

Das leise Klicken einer Zentralverriegelung war gestern morgen der Startschuss fürs Carsharing in Rödermark. Peter Pittner, Geschäftsführer des Mühlheimer Ford-Autohauses, hatte eine Plastikkarte von außen über das Lesegerät hinter der Frontscheibe gezogen und damit nicht nur den blauen Kompaktwagen ge-, sondern auch das Zeitalter des Autoteilens eröffnet. Peter Pittner ist eigenen Angaben zufolge Deutschlands größter Carsharing-Anbieter der Marke Ford. 2013 richteten er und seine Frau Ilona am Hanauer ICE-Bahnhof die erste Station mit drei Autos ein. Mittlerweile betreibt er mehrere Standorte im Umkreis von 20 Kilometern rund um den Firmensitz in Mühlheim und verleiht 17 Fahrzeuge überwiegend stundenweise. Am Bahnhof Ober-Roden parkt ein Ford Fiesta, am Bahnhof Urberach ein etwas größerer B-Max.

Die Mühlheimer Ford-Händler Peter und Ilona Pittner erläuterten das Prinzip gestern am Ober-Röder Bahnhof Bürgermeister Roland Kern und Klimaschutzmanager Jochen Bury.

Wer am Carsharing teilnehmen will, kann sich in Mühlheim persönlich oder am Computer online registrieren lassen (Führerschein und Personalausweis bereit halten) und bekommt für 19 Euro Anmeldegebühr besagten Türöffner im Scheckkartenformat. Eine Stunde Carsharing kostet tagsüber 2,30 und nach 22 Uhr 1,50 Euro. Dazu kommen 19 Cent pro Kilometer. Da ist der Sprit mit drin. Die Leihwagen werden klassisch mit einem Zündschlüssel, der im Handschuhfach liegt, gestartet. An dem hängt ein Chip, der die Kilometer registriert und Basis der Abrechnung ist. Carsharing-Kunden kommen aus allen Alters- und Bevölkerungsschichten, berichtet Pittner: Vierergruppen junger Leute buchen den Nachttarif für den Discobesuch, Rentner und Gewerbetreibende sind ebenfalls Autoteiler. Die Leihdauer schwankt zwischen einer und acht Stunden, gefahren werden meist Kurzstrecken.

„Unsere Bahnhöfe entwickeln sich zu verkehrsmittelübergreifenden Mobilitätsstationen“, sagt Bürgermeister Roland Kern. Die Stadt reserviert an beiden Bahnhöfen einen Parkplatz fürs Carsharing. Dort können die Kunden ihr Auto abholen und wieder hinstellen. Die Parkplätze sind aber nicht immer frei. „Wer sein Auto auf Behinderten- oder Frauenparkplätze stellt, stellt es auch auf einen Carsharing-Platz“, bedauert Ilona Pittner. Dann sucht der Kunde einen Parkplatz möglichst nur ein paar Meter weiter. Der nächste findet sein Auto dann über das Smartphone oder die Karte.

Die irrsten Autofahrer der Welt

Peter Pittner denkt derweil schon an die nächste Stufe des Carsharing: Auch in größeren Neubaugebieten will er Stationen einrichten: Viele Erstautos sind berufsbedingt unterwegs, doch ein Zweitwagen fürs Einkaufen will nicht jede Familie haben. (lö)

Quelle: op-online.de

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