Umleitung ist schlecht ausgeschildert

Chaos auf den Straßen: Brücke und B45-Anschluss sind gesperrt

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Nur noch im Fußgängertempo kommen Autofahrer am frühen Abend durch Ober-Roden.  

Ober-Roden - Nichts geht mehr auf dem Heimweg von der Arbeit. Die Sperrung der Triftbrücke und der B 45-Anschlussstelle stürzt Ober-Roden ins Verkehrschaos. Von Michael Löw

Am frühen Dienstagabend waren Frankfurter, Dieburger, Mainzer und Rilkestraße sowie der nördliche Teil der Odenwaldstraße dicht. Schon am Montagmorgen und Montagabend sowie am Dienstagmorgen waren die Autos kaum voran gekommen. Gestern morgen hatte sich die Situation etwas entspannt.

Die Landesbehörde Hessen Mobil lässt seit Montag parallel die Anschlussstelle Ober-Roden/Eppertshausen an der B 45 und die Triftbrücke am Ende des Rödermarkrings sanieren. Mit der Doppelbaustelle wollte Hessen Mobil Schleichverkehr durch Ober-Roden vermeiden. Die beschilderte Umleitung führt vom Erdkautenweg über die B 486 und die Rodaustraße in Urberach zum Rödermarkring und von dort entweder nach Süden ins Industriegebiet Ober-Roden oder nach Norden Richtung Waldacker. Soweit die Theorie.

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Doch schon am Montagmorgen und erst recht während des Feierabendverkehrs beschwerten sich Dutzende von Autofahrern beim Ordnungsamt über die Staus in Ober-Roden. Am Dienstag gegen 17 Uhr war auf der Frankfurter beziehungsweise Dieburger Straße ab der „Kipferl-Kreuzung“ allenfalls noch Fußgängertempo möglich. Die langen Schließzeiten der Schranken verschlimmerten das Chaos. Große Teile der Odenwald- und die gesamte Rilkestraße waren verstopft. In der Mainzer/Hanauer Straße stauten sich die Autos bis zum Rödermarkring zurück. Die Feldwege zur Kläranlage mussten als Schleichwege herhalten.

„Durch die Mainzer Straße fahren fette Lkw mit dicken Anhängern. Und alle, die in die Odenwaldstraße fahren, haben nichts zu lachen“, beschrieb Rainer Steen den Blick aus seinem Fenster. Ähnliche Beobachtungen hat halb Ober-Roden gemacht.

Das Chaos war nach Ansicht des Ersten Stadtrats Jörg Rotter vorprogrammiert. Schon am Freitag habe das Ordnungsamt die Umleitungsstrecke abgefahren und etliche Mängel bei der Beschilderung festgestellt. So fehlten Hinweise auf die Sperrung der B 45-Anschlussstelle und die Halteverbote entlang der Konrad-Adenauer-Straße in Urberach. Erst am Sonntag habe Hessen Mobil Abhilfe geschaffen. Rotters frustrierende Erfahrung: „Allein um die Beschilderung kümmern sich dort drei Abteilungen!“

Im Montagsstau schickte Rotter die Ordnungspolizei auf Fahrradstreife - anders wären seine Leute nicht durchgekommen. Die Triftbrücke war wie mit Hessen Mobil vereinbart gesperrt, die Ab- und Zufahrten zur B 45 aber noch nicht. Die Stadt organisierte einen Ortstermin mit Polizei, Straßenmeisterei und dem wie sie annahm zuständigen Bauunternehmen, das die Brücke saniert. Dabei stellte sich heraus, dass Hessen Mobil für jede Baustelle ein anderes Unternehmen beauftragt hat. „Die beiden Firmen wussten voneinander überhaupt nichts“, erfuhr Rotter.

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Der Erste Stadtrat beklagt aber auch Grundsätzliches. Die Stadt habe darauf gedrungen, die Arbeiten im Frühherbst vorzunehmen, doch das habe Hessen Mobil mit Hinweis auf Ausschreibungsfristen und volle Auftragsbücher seiner Partnerunternehmen abgelehnt. Auch die Umleitung über die so genannte „K-L-Trasse“ (Thomashütte, Messel, Südumgehung Offenthal) hatte keine Chance.

Am Dienstag hat Rotter absolute Halteverbote entlang der meisten Ober-Röder Hauptstraßen angeordnet. Nach dem Motto „Selbst hilft sich die Stadt“ hatte der Bauhof alle Schilder aufgestellt, die er hat, doch das reichte bei weitem nicht aus. Jetzt leiht sich die Stadt weitere Schilder, damit wenigstens keine parkenden Autos den zähen Verkehr zum völligen Stillstand bringen.

Laufen die Bauarbeiten nach Plan, will Hessen Mobil die doppelte Sperrung am Freitag, 4. Dezember, aufgeben.

Quelle: op-online.de

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