Neustart in Schallschutz-Zone

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Der Disconebel lässt den nagelneuen Clubraum der Offenen Arbeit im katholischen Gemeindezentrum zwar etwas verqualmt aussehen, tatsächlich ist er aber eine Feierstätte vom Allerfeinsten mit kleiner Küche, eigenen Toiletten und viel Technik in Sachen Licht und Musik.

Urberach - Die Offene Arbeit hat wieder ein Zuhause: Der Clubraum im Keller des Gemeindehauses von St. Gallus wird nach Investitionen von 20.000 Euro zur Anlaufstelle für Jugendliche und junge Erwachsene.

Die Offene Arbeit (OA), die Jugendabteilung der katholischen Kirchengemeinde, hatte bei der Schließung des Gallusheimes wohl das größte Problem. Ihre Mitglieder hatten in viel Eigenarbeit den Clubraum immer wieder erneuert und attraktiv gemacht, bis sie plötzlich ohne Heimat dastanden. Nach den Jahren mühsamer Überbrückung in allen möglichen Varianten, in denen die OA-Aktiven aber nie den Zusammenhalt verloren haben, stürzten sie sich im Mai auf den Keller des neuen Gemeindezentrums, den ihnen die Gemeinde zugesprochen hatte. Ein eigener Eingang - eine Treppe auf der Rückseite entlang der Robert-Bloch-Straße -, dazu ein guter Lärmschutz, die Fenster hinter Lichtschächten versteckt, ein ausreichend großer Raum mit kleiner Küche und eigenen Toiletten, dafür lohnte es sich hart zu arbeiten.

„Den Ausbau haben wir völlig in Eigenregie gestemmt, auch finanziell“, erläuterte Marcel Kugler bei der Einweihungsfeier. Ebenso wie Michael Heinz hat er rund 400 Stunden hier investiert; Andreas Heinz und Patrick Zeise bringen es auf mehr als 200 Stunden; Jenny Ahnert, Jonas Standhaft und Eric Werkmann gehören ebenso zum Team derer, die sehr viel Freizeit investierten.

„Wir sind vollkommen eigenverantwortlich; solange sich niemand von den Nachbarn über uns beschwert, ist alles gut“, erklärt Kugler die Zuständigkeiten. Die jungen Leute haben sich aber auch selbst um Sponsoren gekümmert, die ihnen beim Ausbau mit günstigen Angeboten zur Seite standen. Dennoch haben sie rund 20 000 Euro investiert einschließlich der Theke im Jugendraum. Eine Darmstädter Brauerei war beim Inventar kulant; eine Technikfirma mit der Tonanlage. Die Firma von Christoph Schulmeyer hat der OA bei den Tischlerarbeiten zur Seite gestanden, günstig und zeitnah, ebenso die Firma Kreis bei der Elektroinstallation. Kugler: „In Absprache mit der Pfarrei und dem Verwaltungsrat waren wir gehalten, ortsansässige oder ortsnahe Firmen zu nutzen.“

Benefizlauf der Pfarrgemeinde St. Nazarius für St. Gallus

Benefizlauf der Pfarrgemeinde St. Nazarius

Wie sich die geplante Zusammenarbeit mit der städtischen Jugendarbeit entwickelt, bleibt abzuwarten. Nach der Eröffnungsparty ist jedenfalls keine Zeit für Erholung, denn am Samstag, 6. Dezember, steigt ab 21 Uhr die Nikolausparty im neuen Clubraum - „für alle, nach dem Nikolausmarkt in Orwisch noch nicht heimgehen wollen.“ Am 13. Dezember steht dann mit der Nachkerbparty der Kerbburschen die erste Vermietung der neuen Räume an, die übers Pfarrbüro angemeldet werden kann. In der Neujahrsnacht steigt ab 0.30 Uhr die große Silvesterparty der Offenen Arbeit. Im Januar geht’s mit dem Programm weiter wie früher. Jeden Freitag ist der offene Treff frei für alle jungen Menschen ab 16 Jahren - aber nach oben unbegrenzt - zum Kickern, Musikhören, Brettspiele spielen und geselligem Beisammensein. Marcel Kugler und Michael Heinz sind sich sicher: „Hier trifft sich Jung und Alt!“

(chz)

Quelle: op-online.de

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