Schmierereien sind der Malerei gewichen

Buntes Panorama der Energiewende

+
Künstlerin Jennie Bödeker, unter Fachleuten besser als „Die Gräphin“ bekannt, gestaltete die großflächige „Unterlage“ liebevoll und naturverbunden mit Dispersionsfarben.

Ober-Roden - Das jahrelang mit Graffiti verunzierte Trafohäuschen am Ärztehaus ist wieder ein Hingucker. Möglich gemacht hat’s eine Gemeinschaftsaktion der Breidert-Initiative mit Firmen und der Künstlerin Jennie Bödeker.

Nach mehreren Jahren von der Idee über die Sponsorensuche und schließlich die schrittweise Umsetzung hat’s die Initiative „Wir sind Breidert“ nun geschafft. Das Trafohäuschen an der Buswendeschleife ist zum Schmuckstück geworden und zieht viele Blicke auf sich. Das bislang wild besprühte und nun bunt bemalte Häuschen ist ein weiterer Baustein im Bemühen, ein kleines Herzstück zu schaffen. Der Eigentümer - die e-Netz Südhessen, eine Tochter der HSE - hatte Vorgaben für die Gestaltung gegeben, innerhalb derer die Bemalung erfolgte. Moderne Formen der Energieversorgung und Nachhaltigkeit dienten als Motive.

Nach den gesponserten Vorarbeiten der Malerwerkstatt Gotta haben Karlheinz Weber und seine Mitstreiter von „Wir sind Breidert“ für die endgültige Gestaltung die Künstlerin Jennie Bödeker gewonnen. Unter kreativen Geistern besser als „Die Gräphin“ bekannt, freute sie sich über das für ihr gut dreitägigen Arbeiten durchgehend passende Wetter und die großflächige „Unterlage“, die sie mit Dispersionsfarben gestaltete: „Immer möchte ich ja nicht so große Flächen bemalen, ich mag die Abwechslung in jeder Art. Aber zwischenrein ist es sehr reizvoll.“ Ihre Motive hat sie dem Umfeld und dem Trafohäuschen angepasst. Eine kleine Siedlung, Windräder, Sonnenblumen, Bücher - alles steht miteinander in Verbindung. Ihre Devise: „Kunst kommt von Können und Kreativität; Bilder sollen für sich selbst sprechen. Sie brauchen niemanden, der sie (v)erklärt!“ Glücklicherweise gibt’s das ungeschriebene Gesetz zwischen Sprayern, Straßenmalern und anderen Künstlern: die Werke von Kollegen werden nicht zerstört. So hat das wirklich attraktive Trafohäuschen zumindest die Chance auf eine lange friedliche Koexistenz mit der benachbarten (und tatsächlich häufig genutzten) Bücherzelle und dem schrittweise ausgedehnten kleinen „Dorfanger“ rund um die große Linde.

Dieses Herzstück des Breidert wird dank der Initiative unter der Leitung von Karlheinz Weber und Heinz Weber bald wieder voll Leben sein: Am Samstag, 20. Juni, wird gefeiert. Bei dem kleinen Sommerfest dankt „Wir sind Breidert“ auch den Sponsoren, die ihren Anteil daran haben, dass die Malerin zumindest eine kleine Anerkennung bekommen konnte. Dann gibt’s nicht nur Essen und Trinken, sondern auch Livemusik. Neben der Künstlerin hat die im Breidert beheimatete sechsköpfige Band „Backdoor Sellers“ ihren ersten Auftritt in den heimischen Gefilden und will die Gäste mit Gute-Laune-Songs von den 70er Jahren bis heute unterhalten. Kontakt zur Künstlerin, deren Werk auch am Garagentor von Sigrid Lang im Breidertring 22 zu bewundern ist: www.diegraephin.de.

chz

Quelle: op-online.de

Kommentare