Dreieichbahn in Urberach

Schneckentempo hat bald ein Ende

Fußgänger konnten schon seit Monaten mit der Dreieichbahn Schritt halten, wenn sie in den Urberacher Bahnhof ein- und wieder ausfuhr.

Urberach - Die Dreieichbahn kann wieder schneller in den Bahnhof Urberach hineinfahren. Das Eisenbahn-Bundesamt hebt das im Januar angeordnete Tempolimit auf, weil die Stadt den Abbiegeverkehr von der Ober-Rodener in die Kurt-Schumacher-Straße entschärft.

Die so genannte Langsam-Fahrtstelle für die Dreieichbahn ist bald Geschichte. Dann dürfen die Züge auch auf den letzten 300 Metern vorm Urberach Bahnhof wieder schneller als zehn Stundenkilometer fahren. Die schon Anfang des Jahres verhängte Geschwindigkeitsbegrenzung hat Autofahrer, Pendler und Anwohner monatelang genervt. Die Bahn hat ihre Lokführer zum Schneckentempo verdonnert, damit sie rechtzeitig anhalten können, wenn sich Autos auf dem Bahnübergang zurück stauen. Das war angeblich immer wieder der Fall, wenn Linksabbieger nicht in die Kurt-Schumacher-Straße kamen.

Günther Meister aus der Bruchwiesenstraße hält diese angebliche Gefahr für übertrieben: Er habe solche Staus - wenn überhaupt - nur vereinzelt morgens und abends im Berufsverkehr gesehen. Meister schrieb mehrfach ans Eisenbahn-Bundesamt, jetzt erhielt er behördlich verklausuliert die ersehnte Antwort: „Zwischenzeitlich wurde in Abstimmung mit dem Kreuzungspartner und dem Straßenbaulastträger eine Verbesserung gegenüber dem ursprünglichen Zustand erreicht, so dass die (...) Einschränkung wohl in Kürze entfallen wird.“ Einen genauen Termin konnte die Bahn gestern Nachmittag aber noch nicht nennen.

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Der für Verkehrsfragen zuständige Erste Stadtrat Jörg Rotter präzisierte auf Nachfrage unserer Zeitung aber andere Details des Briefes aus Berlin: „Wir haben als Stadt auf eine kurzfristige Lösung gedrungen, obwohl es sich bei der Ober-Rodener Straße um eine Landesstraße handelt.“ Um deren Sicherheit hätte sich Hessen Mobil kümmern müssen. Doch bis die von der Landesbehörde favorisierte Modernisierung der Signalanlage Realität geworden wäre, wäre nach Einschätzung Rotters ein Jahr ins Land gegangen. Die Stadt hat deshalb auf beiden Seiten der Schranken Schilder „Bei Rot hier halten!“ und die neue Haltelinien ein Stück vom eigentlichen Bahnübergang weg gezogen. Diese Maßnahmen müssen jetzt noch von Hessen Mobil abgenommen werden. (lö)

Quelle: op-online.de

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