Tageseltern betreuen 50 kleine Rödermärker

Eine flexible Alternative zur Krippe

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Die Tagespflege des DKSB ermöglicht Eltern eine flexiblere Betreuung ihrer Kinder als beispielsweise in U3-Kitas. Deren Träger wiederum profitieren von den 55-Tagespflegeplätzen, die sonst von ihnen zur Verfügung gestellt werden müssten.

Urberach - Die Tagespflege - also die Betreuung meist kleiner Kinder in der Wohnung geschulter Tagesmütter - ist für viele Familien die Alternative zu Krippen oder U3-Kitas.

Das Interesse der Eltern ist groß; doch noch hat der Kinderschutzbund, der die Tagespflege in Rödermark managt, Plätze frei. Seine Sorgen sind eher räumlicher Natur. Zur Zeit betreuen in Rödermark 13 Tagespflegepersonen des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) 50 Kinder. Die Mitarbeiter freuen sich über die Steigerung gegenüber 2014 und 2015, als durchschnittlich 39 beziehungsweise 45 Kinder betreut wurden. Platz hätten die Rödermärker Tagesmütter für 55 Kinder. Das erspart der Stadt und freien Trägern mehrere Gruppen in den U3-Kitas. Im vergangenen Jahr zählte der DKSB 52 Betreuungsanfragen (eine Steigerung von 92 Prozent gegenüber 2014), am Ende wurden 21 Kinder an eine Tagespflegeperson vermittelt.

2015 haben sieben Tagesmütter ihr Bundeszertifikat erhalten. Die Anforderungen sind hoch. Sie mussten 160 Unterrichtseinheiten absolvieren, ein pädagogisches Konzept und eine Hausarbeit vorlegen. Außerdem ist jede Tagespflegeperson verpflichtet, jährliche Weiterbildungen im Umfang von mindestens 20 Unterrichtseinheiten zu belegen. Ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Qualitätssicherung in der Kindertagespflege ist die fortlaufende Supervision acht Mal pro Jahr.

Das alles vermittelten die Tageseltern und Mitarbeiter des DKSB in der Halle Urberach zahlreichen Familien bei einem Tag der offenen Tür. Hier konnten Anfragen und freie Plätze koordiniert werden, und - erfreulich für beide Seiten - kamen auch erste Kontakte und sogar Pflegeverträge heraus. Sehr zufrieden zogen etwa Urberacher Zwillingseltern nach Hause, deren jetzt sieben Monate alte Babys ab Herbst eine liebevolle Pflegemama gefunden haben. Zuvor hatten die Eltern sämtliche U3-Kitas angeschrieben, aber überhaupt nur eine einzige Antwort auf ihre Anfragen bekommen und auch darin nur ein späteres Angebot bekommen.

Sorgen macht den DKSB-Mitarbeitern jedoch die Betreuung im Vertretungsfall - sprich: Tagesmütter fallen kurzfristig wegen Krankheit oder planbar wegen Fortbildung aus. Diese Ausfallzeiten nehmen zu: 2012 registrierte der DKSB 333 Stunden, 2015 bereits 845 Stunden. Mit zwei neuen Vertretungs-Betreuungen ist die Situation zwar personell sehr gut abgedeckt. Doch um auf Dauer eine zuverlässige Ersatz-Betreuung der Kinder zu gewährleisten, strebt der DKSB zwei fest angestellte Betreuungspersonen in einer geeigneten Wohnung an. Diese Möglichkeit ist in der jetzigen Wohnung im Haus Am Mühlengrund nicht gegeben.

Also sucht der Kinderschutzbund neue Räume. Großes Hindernis: die Wohnung müsste sowohl in einem Wohngebiet liegen als auch der gewerblichen Nutzungsordnung des Kreises entsprechen. Damit entfällt auch eine bereits von der Stadt angebotene Immobilie, die dieser Nutzungsordnung nicht entspricht. Der DKSB wünscht sich eine Wohnung ab 70 Quadratmeter und mit mindestens drei Zimmern, Erdgeschoss mit Gartennutzung und innen liegender Toilette - was wiederum ist bei den meisten Räumlichkeiten mit der Genehmigung zur gewerblichen Nutzung nicht der Fall ist.

Falls jemand eine Idee hat, sind die Mitarbeiter des Deutschen Kinderschutzbundes und der Vorsitzende Robert Flisar für jede Offerte dankbar. (chz)

Quelle: op-online.de

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