Auch die neue Urberacher Rektorin Ruth Anderson ein wenig nervös

Schulanfang: Allerorten Aufregung

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Der Tanz der Schultüten wird in Urberach inzwischen zum Ritual, das die Aufnahmefeier der Erstklässler beendet. Danach gehen sie mit ihren Lehrerinnen zur ersten Unterrichtsstunde; Eltern und Verwandte bleiben zum Kaffeetrinken in der Halle.  

Rödermark - Das Kinder-Plus vom vorigen Jahr war offenbar nur eine einmalige Sache. In Urberach und Ober-Roden starteten 261 Erstklässler die Reise ins Abenteuer Schule - elf Kinder weniger als 2014. Der leichte Rückgang widerspricht dem Landestrend.

In Urberach waren gestern nicht nur 120 Kinder samt Eltern, Geschwistern, Omas, Opas und Paten aufgeregt. „Auch ich schule heute zum ersten Mal Erstklässler ein“, bekannte Ruth Anderson, die seit Mai kommissarische Leiterin der Schule an den Linden ist, und bat um Unterstützung: „Ihr müsst mir alle die Daumen drücken.“ Das Staatliche Schulamt hatte die bisherige Konrektorin der Offenbacher Bachschule, eine Haupt- und Realschule, nach Urberach abgeordnet. Rektor Thomas Pohl ist länger krank; die Aufsichtsbehörde will mit ihrer Entscheidung verhindern, dass die Schule an den Linden die Entwicklung zur Ganztagsschule verpasst.

Erster Stadtrat Jörg Rotter nannte zwei Beispiele für den frischen Wind, den Ruth Anderson in die Schule gebracht hat: „Endlich ist das Törchen zur Kita Pestalozzistraße wieder offen!“ Viele Jahre war die Grundschule nur über den Haupteingang in der Töpferstraße erreichbar. Weit wichtiger war Rotter jedoch die Rolle, die Ruth Anderson für die Betreuung gespielt hat. Die stand, so der Erste Stadtrat, nach dem Rückzug des Fördervereins lange „auf sehr wackeligen Füßen“. Dank eines Kraftaktes von Stadt, Kreis und Schulleitung haben 165 Kinder einen Platz gefunden. Eine 1,28 Millionen teure Mensa soll vom Schuljahr 2016/17 Betreuungsmöglichkeiten für mindestens 200 Kinder bieten.

„Das kenn ich schon aus dem Kindergarten!“ Mit diesem Ausruf stürzten sich die meisten der frischgebackenen Ober-Röder Erstklässler in einen Bewegungstanz, der ihnen ein wenig die Scheu vor diesem Tag und all seinen Neuerungen nahm und sie fröhlich herumhüpfen ließ.   

Die 120 neuen Erstklässler verteilen sich auf fünf Klassen und eine Vorklasse. Sigrid Margraf und der Chor hießen sie mit Liedern zum Mitmachen willkommen. Die Eltern der Zweitklässler hatten unter der Leitung von Diana Schlapp die Halle Urberach bestuhlt und dekoriert, damit die sich mehrere hundert Gäste nach der kleinen Feier stärken konnten. Ohne Schultüten - die vorher in den Klassenräumen deponiert wurden - aber mit gespielter Coolness und voll innerer Erwartung saßen die Ober-Röder Erstklässler in der Kulturhalle und freuten sich über ein kunterbuntes Begrüßungsprogramm. Mitmachlieder, Flötenspiel und ein Musical ließen die Unsicherheit über alles Neue vergessen. Dazu trug neben Rektorin Angela Behle auch Bürgermeister Roland Kern mit dem Schulwegeplan bei.

In Ober-Roden kommen 141 Kinder erstmalig zum Unterricht. Vier erste Klassen gibt’s in der Stammschule, zwei in der Breidert-Dépendance, dazu eine Vorklasse. Die Zahlen entsprechen in etwa denen des vorigen Jahres. Die reguläre Stundentafel ist bei den Lehrkräften voll abgedeckt; doch Rektorin Behle wünscht sich mehr Personal, vor allem für Förderstunden: „Zunächst kommt bei den Erstklässlern nur ein Kind aus Flüchtlingsfamilien, wir rechnen aber in absehbarer Zeit mit mehr Kindern.

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Insgesamt sind es weitere elf Kinder, die aus fremdsprachigen Familien kommen und wie Flüchtlingskinder zu behandeln sind, weil sie kein Wort Deutsch sprechen, auch ihre Eltern nicht. Hier muss uns die Stadt beim Übersetzen helfen“, berichtet die Rektorin, die über die Integrationsbeauftragte Ulrike Vierheller Unterstützung anfordern kann. Doch wenn auch nur ein weiteres Kind ohne jede Deutschkenntnisse dazu kommt, muss Angela Behle eine fremdsprachige Klasse und eine Zusatzkraft beantragen: „Mehr ist von den Lehrkräften nicht zu leisten, ohne dass andere Schüler darunter leiden.“

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Quelle: op-online.de

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