Schwerer Weg zurück in Alltag 

Stadtrat Jörg Rotter will nach Krankheit wiedergewählt werden

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Sichtlich abgemagert kehrte Erster Stadtrat Jörg Rotter nach seiner Krankheit in die Politik zurück. Damit er wieder zu Kräften kommt, brachten die CDU-Stadtverordnete Stefanie Arnheiter und Fraktionsvorsitzer Michael Gensert neben Genesungswünschen und Blumen auch eine Flasche „Rotbäckchen“ zur Magistratsbank.  

Rödermark - Monatelang war der Erste Stadtrat Jörg Rotter krank, die letzten Wochen lag er auf der Inneren Medizin der Uniklinik Frankfurt. Am Dienstagabend sprach er in der Stadtverordnetenversammlung erstmals über seine Leidenszeit und den langen Weg bis zur vollständigen Genesung. Gestern ging er im Gespräch mit unserer Zeitung noch tiefer in die Einzelheiten. Von Michael Löw 

Es waren bewegte und bewegende Worte, mit denen der Erste Stadtrat Jörg Rotter im Parlament die wohl schwerste Zeit seines Lebens schilderte. Er wollte damit dem Gerede und den Spekulationen um seine Krankheit ein Ende machen, wegen der er sein Amt seit dem Frühsommer nur eingeschränkt ausüben kann. „Sporen haben einen Pilz in mein Gehirn transportiert. Das kann jedem passieren“, sagte der 41-Jähige. Der Pilz hat Orientierungsfähigkeit, Motorik und Sprachsystem beeinträchtigt: „Mein Hirnwasser war vergiftet!“ Im Sitzungssaal war’s mucksmäuschenstill, und nicht nur Jörg Rotter musste mehrmals schwer schlucken. Er werde wieder völlig gesund, doch das brauche Zeit. Jörg Rotter bedankte sich zuerst bei Bürgermeister Roland Kern, der im Sommer sagte „Junge, geh in eine Klinik!“ - alarmiert vom rapiden Gewichtsverlust und Ausfallerscheinungen seines Stellvertreters. Auch die guten Wünsche der Verwaltungsmitarbeiter und aller Fraktionen - das Wort Partei fiel weder im Parlament noch gestern - und der Bürgermeisterkandidaten Karl Schäfer, Samuel Diekmann und Tobias Kruger hätten zu seiner Genesung beigetragen.

Rotter hatte dem CDU-Vorstand am 24. September mitgeteilt, dass er seine Kandidatur für die Wahl des Kern-Nachfolgers im Februar zurückzieht.Am 13. September war er aus der Uniklinik entlassen worden, am 4. Oktober nahm er seine Arbeit im Urberacher Rathaus wieder auf. Er brauche Zeit, um wieder vollständig gesund zu werden, und die nehme er sich: „Das bin ich meiner Frau und meinen beiden Kindern schuldig.“

Denn auch für seine Familie war die Krankheit eine riesige Belastung. „Die weitere politische Entwicklung werde ich nicht kommentieren und überlasse das Ihnen selbst“, war im Parlament seine einzige Aussage zur für viele überraschenden Nominierung des Eppertshäuser Bürgermeisters Carsten Helfmann als CDU-Kandidat. Kam sie auch für ihn überraschend? „Gefreut habe ich mich über die vielen Genesungswünsche, die mich in der Klinik erreicht haben. Ich wurde dort aber auch mehrfach angerufen und gefragt, wie es um meine Bewerbung steht. Aber ich war gesundheitlich nicht in der Lage, eine Antwort zu geben“, ging Rotter auch im Gespräch mit unserer Zeitung nicht auf das Procedere ein.

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Vorige Woche war Rotter wieder zur Untersuchung in der Uniklinik. Die Ärzte attestierten ihm, dass der Genesungsprozess „überraschend schnell“ voran kommt. Noch muss er über einen längeren Zeitraum Tabletten einnehmen, damit der Pilz sein Gehirn nicht erneut vergiftet, und zur Kontrolle regelmäßig in die Klinik fahren. Aber Jörg Rotter, der bis Sommer 2019 als Erster Stadtrat gewählt ist, blickte gestern weit nach vorne: „Ich möchte meine Arbeit für meine Stadt und ihre Menschen nun wieder aufnehmen und über meine jetzige Amtszeit hinaus fortsetzen.“

Quelle: op-online.de

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