Erzieherinnenstreik senkt Personalkosten

Gewerkschaft bessert Kasse der Stadt auf

Rödermark - Der Magistrat will Eltern, die ihre Kinder wegen des Erzieherinnenstreiks daheim betreuen mussten, entschädigen. Dies soll unter anderem durch eine Rückerstattung der Essensgebühren und das Verschieben aller Fortbildungstage ins zweite Halbjahr geschehen.

Der Streik hat aber auch seine guten Seiten für die Stadt: Sie spart pro Tag rund 10 000 Euro Personalkosten. Die meisten - Bürgermeister Roland Kern spricht von 70 Prozent - der knapp 140 Erzieherinnen und Erzieherinnen in städtischen Diensten streiken nun schon den elften Tag. Die Stadt versucht, die Folgen des Arbeitskampfes mit 120 Notplätzen in Ober-Roden und 130 in Urberach zu mildern. Das heißt aber auch: Mehrere hundert Eltern müssen noch mindestens bis Ende dieser Woche sehen, wie sie ihre Kinder betreuen.

Denen will der Magistrat entgegenkommen und hat nach Gesprächen zwischen Sozialdezernent Jörg Rotter und dem Elternbeirat folgende Maßnahmen beschlossen:

-Eltern bekommen die Essensgebühr für einen Monat zurück. Die eigentlichen Betreuungsgebühren darf die Stadt dagegen nicht erstatten. Grund: Die Kita-Gebühren sind nicht annähernd kostendeckend, daher haben Eltern keinen Anspruch auf Rückzahlung, wenn die Stadt ihre Dienstleistungen wegen des Streiks nicht erbringen kann. Das, so Bürgermeister Kern, ist in den meisten hessischen Städten so regelt. Noch am Dienstagmittag habe das Regierungspräsidium im Rathaus angerufen und darauf hingewiesen, dass eine Gebühren-Rückerstattung eine freiwillige Leistung wäre. Und die ist Schutzschirm-Kommunen verboten.

-Die Kitas beteiligen sich am 10. Juli nicht am städtischen Betriebsausflug, sondern gehen nach den Sommerferien einzeln auf Tour.

-Auch Fortbildungen und Klausurtage werden in den Herbst verlegt.

-2016 und 2017 werden die Sommerferien in den städtischen Kitas von drei auf zwei Wochen gekürzt.

Auf Nachfrage der FDP berichtete Kern im Parlament, dass die Stadt pro Streiktag etwas mehr als 10.000 Euro Personalkosten spart. Während des Streiks ruht das Arbeitsverhältnis, die Gewerkschaften erstatten den Erzieherinnen den Verdienstausfall. Kern versicherte, dass das gesparte Geld nicht im allgemeinen Haushalt versickert, sondern für Spielsachen, Ausflüge und die Schulkinderbetreuung in Urberach benutzt wird.

Unbefristeter Kita-Streik hat begonnen

Die FDP hatte auch gefragt, was Rödermark pro Jahr mehr bezahlen müsste, wenn sich Verdi mit der Forderung, alle Sozialberufe in die Besoldungsgruppe S 10 einzustufen, durchsetzt. Das würde die Personalkosten für Erzieherinnen und Sozialarbeitern um 445. 000 Euro nach oben treiben. Sollte Verdi den Streik nach dem 26. Mai fortsetzen, will Rotter in den Kitas Potsdamer, Zwickauer, Lessing- und Liebigstraße weiter Notplätze bereithalten. Eltern können sich dann unter 06074 911-624 (9 bis 12 Uhr) über Betreuungsmöglichkeiten informieren.

(lö)

Quelle: op-online.de

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