Eintrag fast 12.000 Mal geteilt

Fake-Meldung eines Grusel-Clowns verunsichert Nutzer

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Jugendlicher aus Rödermark schlägt Clown nieder und alarmiert die Polizei - das meldet eine Internetseite. Es handelt sich um einen Fake!

Rödermark - Ein Grusel-Clown soll in Rödermark einen 18-Jährigen attackiert haben. Diese Warnung verbreiten derzeit jedenfalls etliche Internetnutzer in den Sozialen Netzwerken. Den Vorfall hat es jedoch nie gegeben.

Nach Deutschland ist in den vergangenen Tagen ein unsäglicher Trend aus den USA herübergeschwappt: die sogenannten Grusel-Clowns. Unbekannte verkleiden sich mit Clownsmasken und erschrecken Passanten. Zuletzt zog McDonalds in den USA sogar sein Maskottchen Ronald aus der Öffentlichkeit zurück. Auch in Deutschland gab es in den vergangenen Tagen mehrere Übergriffe. In Wesel (Nordrhein-Westfalen) etwa fuchtelte ein Clown am Bahnhof mit einer Pistole und einem Messer herum, in einer Schule in Sachsen-Anhalt jagte ein Clown den Kindern Angst ein. Er drohte den Schülern indirekt mit dem Tod.

Klar ist, die Verunsicherung steigt - zumal in der kommenden Woche an Halloween mit weiteren Fällen zu rechnen ist. Diese Verunsicherung nutzte nun auch eine Internetseite aus. So verbreitete sich in den vergangenen Tagen in den Sozialen Netzwerken ein vermeintlicher Vorfall in Rödermark. Laut der Website „24aktuelles“ sei ein 18-Jähriger auf der Babenhäuser Straße von einem Clown attackiert worden und habe daraufhin auf ihn eingeschlagen - eine Falschmeldung. „Uns liegt in der Region kein Fall dieser Art vor“, stellt ein Sprecher der Polizei klar.

Am unteren Ende der Website weisen die Macher von „24aktuelles“ darauf hin, dass ihr Produkt einzig zur Unterhaltung diene. „Alle Nachrichten dieser Seite sind frei erfunden und fiktiv“, heißt es. Auf den ersten Blick zu erkennen ist dies freilich nicht. Entsprechend wurde der Rödermarker Grusel-Clown-Eintrag bereits rund 12.000 Mal von verunsicherten Nutzern auf Facebook geteilt. Besonders ärgerlich: Betrachtet man nur den geteilten Link auf Facebook, ist die Meldung nicht sofort als Fake zu identifizieren.  

Bilder: Halloween rund um die Welt

Die Übergriffe der Grusel-Clowns in Deutschland rufen jetzt sogar die Politik auf den Plan. So kündigte der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) ein hartes Vorgehen an. „Solche üblen Gags können schlimme Folgen haben“, sagte der CSU-Politiker der „Passauer Neuen Presse“. „Wir werden da deshalb auch nichts durchgehen lassen und jeden Fall konsequent verfolgen sowie entsprechend ahnden.“ Das Landeskriminalamt in Hessen kündigte heute an: „Wenn man sich als Horror-Clown verkleidet und Passanten erschreckt, kann man sich strafbar machen. Denn aus einem bloßen Erschrecken kann schnell eine Straftat, wie zum Beispiel Nötigung, Bedrohung oder gar Körperverletzung werden.“ (dani)

Quelle: op-online.de

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