Fastenkurs der Petrusgemeinde

Zwischen schwungvoll und schlapp

+
Am Kreativabend konnten die Teilnehmer des Fastenkurses für Gesunde in der Petrusgemeinde nach vielen Informationen, Erfahrungsaustausch, Yoga oder Klangreisen richtig Hand anlegen. Sie bepflanzten kleine Kräuterkisten für zuhause

Urberach - Basilikum, Estragon und Portulak - diese Kräuter stehen für duftende Salate, würzige Suppen, essbare Gesundheit und für ein Zeichen von Frühling und Leben. Diese drei Kräuter pflanzten die Teilnehmer des Kurses „Fasten für Gesunde“ in kleine Mandarinenkisten. Von Christine Ziesecke 

Dazu gab"s viele wertvolle Tipps. Der Portulak mit seinem etwas salzigen Geschmack passt gut zu Sommersalaten, enthält überdurchschnittlich viele Omega-3-Fettsäuren und ist heilsam bei hohem Cholesterinspiegel. Das Basilikum stärkt nicht nur die Verdauungsorgane, sondern beruhigt auch die Nerven, lindert Migräne und leistet gute Dienste in der Frauenheilkunde. Estragon - sparsam dosiert, weil sehr intensiv - hilft beim Verdauen schwerer Speisen, ist aber auch harntreibend und hilft bei Husten oder Appetitlosigkeit. Um dieses Kraut rankt sich eine alte Mär: Eine Frau um die 70 freite einen sehr viel jüngeren Mann, und weil sie viel Estragon aß, bemerkte der Jüngling ihr Alter nicht - wenn das kein Anreiz für den Verzehr ist!

In der Petrusgemeinde wird seit vielen Jahren in der Passionszeit zehn Tage gemeinsam gefastet: von Pfarrern begleitet und von Yoga, heilpraktischem Wissen und Klangreisen umrahmt. Die Kräuterpflanzung weckte in den Teilnehmern langsam Appetit auf etwas Leckeres zu essen, denn das genüssliche Kauen und auch der gesellige Teil des Kochens und Essens fehlt einfach bei Wasser, Tee und Gemüsebrühe. Manche Fastende blühen erst nach acht Tagen allmählich auf, spüren frei werdende Kräfte und haben neue Energie für Gartenarbeit oder aufgeschobene Tätigkeiten. Andere kämpfen langsam gegen Kraftlosigkeit und warten auf neuen Anschub. „Es dauert einfach länger, bis man morgens in die Gänge kommt“, berichtet St.Nazarius-Pfarrer Elmar Jung, der das aber gleich positiv deutet: „Dann ist es eben so; ich muss auch nicht gleich Bäume ausreißen.“

Kräuter sammeln in Rödermark

Kräuter gegen Blitzschlag und Leiden  

Fast allen der ursprünglich 24 Teilnehmer, die krankheitsbedingt auf 20 geschrumpft sind, ist eine höhere Grundmüdigkeit eigen; viele schlafen besser als sonst und tiefer. Manche brauchen dagegen weniger nächtlichen Schlaf als üblich, aber Ruhepausen tagsüber. Heute haben die meisten Teilnehmer - bis auf wenige, die noch „nachsitzen“ müssen oder wollen - den leichteren Teil des Fastens geschafft, jetzt kommt der schwierigere: das langsame Abfasten, die schrittweise Rückkehr zur üblichen Ernährung, nach Möglichkeit verbunden mit einem Überdenken alter Gewohnheiten: „Sie sollten jetzt versuchen, neue Verhaltensweisen beim Essen einzuüben, die auf der Erfahrung ‚Ich brauche viel weniger Nahrung als zuvor" aufbauen.“ So steht es in den Ratschlägen für Fastenbrechen und Kostaufbau, die jeder Teilnehmer vom Team um Carmen Brößler und Bärbel Dörsam mit nach Hause bekommt. Zum Fastenbrechen heute Abend gibt es Matzenbrot und frischen Traubensaft; der Tag danach kann mit einem gedünsteten oder rohen Apfel oder einer Birne, einer halben gekochten Kartoffel mit Magerquark oder ähnlichem weitergehen - in Maßen. „Denn jeder Dumme kann fasten, aber nur ein Weiser kann das Fasten richtig brechen“, sagt ein Sprichwort.

Quelle: op-online.de

Kommentare