Besuch bei Prinzessin Carolin und Prinz Christian

Ohne Großeltern ginge gar nichts

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Ganz privat bei Prinzens zuhause: Die Robe hängt stets startbereit neben der Wohnungstür.

Ober-Roden - Blumensträuße in der Wohnung verteilt, lange Listen mit genauen Stundenplänen für Omas und Opas, dazu eine Garderobe, an der – stets einsatzbereit – die Roben von Prinzessin Carolin – jetzt Gotta, früher Piegsa – und Prinz Christian Gotta hängen.

Unschwer zu erkennen: Man befindet sich bei den derzeitigen Fastnachts-Regenten zuhause, zumal Juniorprinz Lennox, knapp zwei Jahre jung, sich dort daheim fühlt. Aber wollten der Vizepräsident der Karnevalsabteilung der TG und gleichzeitig Mitglied des Musikzuges sowie das Mitglied der Majoretten das schon immer mal werden? Prinzessin sein – na klar, wer möchte das nicht als Kind, aber Carolin hat sicher nicht vom Ober-Röder Prinzenpaar geträumt: „Feiern ja, aber Reden und Repräsentieren: nein! Das war so gar nicht mein Ding.“ Das mit dem Reden sieht bei ihrem Prinzen ganz anders aus: Damit hat er garantiert keine Probleme. Doch interessant wurde das erst, nachdem er mit seiner Carolin zusammen kam: „Früher waren wir ja mit anderen Partnern verbandelt, obwohl wir uns schon seit vielen Jahren kannten und immer im TG-Keller auch zusammen gefeiert haben. Erst als sie gemerkt hat, dass ich doch der Richtige bin, konnte ich mir das dann auch vorstellen.“

Junge Paare an der Abteilungsspitze werden rund um die Hochzeit herum meist gefragt, ob sie sich eine „Prinzenrolle“ vorstellen könnten. So ahnten sie in ihrem Urlaub nach der Hochzeit im August vergangenen Jahres schon: „Als wir nach der Reise Kalli Weber auf der Mailbox vorfanden, ahnten wir es…“ Dann ging es ganz schnell: Sie haben sich kurze Bedenkzeit erbeten, haben genaue Pläne gemacht, wie es mit der Betreuung von Söhnchen Lennox klappen könnte, dann die gesamte Familie eingeladen und die Lage besprochen. Und es klappte – alle Großeltern, die ohnehin im gleichen Haus oder wenige Meter entfernt im Breidertring wohnen, haben sofort zugesagt. Eine Planung entstand, wer Lennox nach der Kita abholt und wo er wann schläft – dann wurde Weber zugesagt. „Und das läuft problemlos“, freuen sich beide. Kein Wunder, denn das Auswärts-Schlafen wurde rechtzeitig eingeübt „und unsere Eltern sind um Jahre jünger geworden, seit sie mit ihm über den Boden krabbeln!“

So ist es nicht so schlimm, dass die Nächte in der Kampagne oft kurz werden – Lennox ist zwar manchmal wach, ehe sie überhaupt ins Bett kommen, aber dank Omas und Opas kein Problem. Zehn Tage Urlaub haben sie beide eingereicht, erst zum Feiern ab der heißen Phase der Weiberfastnacht, danach zum Erholen; dazu einzelne Tage nach befürchtet langen Veranstaltungen wie etwa der „hr-Sitzung“ oder zum Empfang im Kreishaus: Die beiden Arbeitgeber in Obertshausen und in Frankfurt sehen es gelassen und fragen immer mal nach dem Zustand und auch danach, ob das nicht ein teures Hobby sei. Doch da sind die jungen Regenten – beide 32 - selber überrascht: „Es ist nicht so teuer, wie wir es befürchtet hatten, weil wir sehr viel Hilfe bekommen“, fasst Prinz Christian die Lage zusammen.

Damit hatte sie auch Kalli Weber geködert: Vieles wie etwa die Friseurbesuche oder die Grundausrüstung des Prinzen wird gestellt. Doch da wird’s auch schon sehr persönlich: „Mir passt zwar das Standardmodell der Prinzen-Uniform, aber eigene Strumpfhosen und davon möglichst vorsichtshalber drei Paar brauche ich dann schon.“ Und da er gerne eine eigene Feder auf dem Hut haben wollte, wurde eine neue besorgt. Dazu kommen die Gastgeschenke – „Keine einfache Sache, wir haben lange überlegt, bis wir auf die bedruckten Blöckchen mit den Stiften gekommen sind“. Die Kosten sind meist in Kleinigkeiten wie der Reinigung und ähnlichem versteckt, und in den Getränken, die ausgegeben werden: „Hier fängt es besonders stark an, persönlich zu werden: Wie weit gehen wir da?“

Impressionen von der Damensitzung der TS Ober-Roden

Natürlich werden die beiden auch selbst immer wieder mal zu einem Gläschen eingeladen, aber dabei gibt es keine Probleme: „Während der Sitzungen gibt es nur Wasser, danach in Maßen – schließlich vertreten wir den Verein, und das verpflichtet uns, aufzupassen.“ Der Karnevalsabteilung gilt der große Dank des Regentenpaares: „Wir werden von ehemaligen Prinzenpaaren und von Vereinsmitgliedern unbeschreiblich gut unterstützt. „Wir werden gefahren, bekommen Schuhe für den Rathaussturm und Hilfe bis hin zum Frühstück beim Prinzenwecken. So fassen es die Hoheiten in Worte: „Wir repräsentieren Ober-Roden und den Verein und dessen sind wir uns auch bewusst. Wir hoffen auf eine Initialzündung, dass die Menschen zusammenrücken und sich damit auch identifizieren.“ (chz) 

Quelle: op-online.de

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