Rosenmontagszug durch Urberach

Beste Laune bei Jetzt-erst-recht-Zug in Urberach

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„#badboys“: Die BSC-Junghandballer hatten sich den Spitznamen unserer WM-Helden zu eigen gemacht. Die meisten trugen die Rückennummer 33 von Torwart Andi Wolff.

Urberach - 999 Fastnachter - und damit ungefähr 222 weniger als angemeldet - trotzten gestern Mittag den Windböen und Wolken. Und es hat sich gelohnt - die Stimmung beim 20. Rosenmontagszug hätte kaum besser sein können. Von Michael Löw

Wenn schon die Sonne nicht lachte, lachten wenigstens die Narren. Jetzt erst recht: Diese drei Worte spiegeln die Gemütslage der Fastnachter in Orwisch wohl am besten wieder. „Heilige Feste feiern wir bei jedem Wetter“, gab sich Panzerknacker Sven Sulzmann vorm Rathaus trotzig. Ehrensache sei es, zum Rosenmontagszug zu gehen, meinte eines seiner „Bandenmitglieder“. Eine Eskimo-Familie aus Eppertshausen war aus närrischer Solidarität nach Urberach gefahren. Die Leute im Zug wollten ja Antwort vom Straßenrand bekommen, wenn sie ihr „Hellau!“ rufen. Sicherheitshalber hatte die ganze Gruppe Ersatzhosen und -schuhe im Auto.

Werner Popp, KSV-Vorsitzender und Zugchef in Personalunion, war froh, die Entscheidung Absage oder Narretei bis zuletzt aufgeschoben zu haben. Erst kurz vor 12 Uhr stand für Verein und Stadt fest: Rosenmontagszug Nummer 20 marschiert um 14.33 Uhr los. Um auf Nummer sicher zu gehen, kontrollierten Ordnungspolizisten zum Beispiel, ob auch alle Baugerüste entlang des Weges gut befestigt waren und alle Behelfsverkehrsschilder stabil standen.

Wie in Köln oder Fulda hatte auch Orwisch seinem Zug eine wetterbedingte Diätkur verordnet: Dicke Motivwagen blieben in den Garagen. Erlaubt waren nur Boller- und Personenwagen sowie ein Brauereilaster. Selbst das Ober-Röder Prinzenpaar Christian und Carolin nahmen die Huldigungen nicht vom hohen Wagen, sondern auf Augenhöhe entgegen. Das Wetter machte die Fastnacht volkstümlicher.

20. Rosenmontagszug in Urberach: Bilder

Abgesagt hatten bei Werner Popp nur die Dietzenbacher Tanzgarde und die Gäste aus Messel. Bürgermeister Roland Kern hatte dagegen Anrufe aus Nachbarstädten entgegengenommen. „Danke, dass ihr nicht absagt“, lautete der Tenor. Mindestens acht Extra-Zuschauer seien daraufhin nach Urberach gekommen, schmunzelte Kern. Die Zuschauerreihen am Straßenrand standen gestern natürlich viel lockerer als in den vergangenen Jahren. Doch jeder Narr brachte gute Laune für mindestens drei Fastnachter mit - deshalb schallte das „Orwisch Hellau!“ beinahe in gewohnter Lautstärke zurück.

Quelle: op-online.de

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