Eine Narrenschau in Grün und Weiß

Karnevalisten der Turngemeinde setzen auf eigene Akteure

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Ober-Roden - Viele Engel und Christkinder im Publikum machten es deutlich: Weihnachten ist noch nicht ganz vorbei, da hat uns Fastnacht im festen Griff. Die erste von drei Fremdensitzungen der Turngemeinde zeigte, wie kurz die Kampagne ist. Von Christine Ziesecke 

Wohl dem, der in einem so fröhlichen und geerdeten Griff ist wie die TG-Fastnachter. Sie sind sehr zur Freude der staunenden Untertanen in der TG-Narhalla ganz zu sich selbst zurückgekehrt. Zwei Beispiele zeigen das besonders deutlich. Außer den Frankfurter „Schwerdtfegers“ und dem Ur-Mainzer „Verhörer“ Harry Borgner - durchaus stilvolle Vertreter hessischer TV-Fastnacht - sind alle Beiträge der TG-Fremdensitzungen auf dem eigenen Boden gewachsen. Sogar der gut gehütete „Special Guest“ alias Model Hildchen steht dem Verein nahe - sehr nahe sogar: Mit dem Auftritt von TG-Vorsitzendem Karlheinz Weber im Damenoutfit Größe XXXL machte sich bodenständige Fastnacht alle Ehre.

Kein Wunder, dass da natürlich auch das Prinzenpaar aus dem Hause Gotta nicht ruhig auf seinem Thron hinterm Elferrat sitzen bleiben konnte. Schon vor seiner Proklamation und bevor Bürgermeister Roland Kern ihnen mit dem Stadtschlüssel auch die Bürger der Stadt anvertraute, stand Prinz Christian am altbewährten Ort musizierend zwischen dem Musikzug. Prinzessin Carolin krönte ihren großen Tag mit einem Auftritt bei ihren Majoretten, den sie in luftiger Höhe hoch über der Tanzgruppe beendete.

Die kurze Thronrede von Prinzessin Carolin und Prinz Christian endete mit dem alten und doch immer wieder aktuellen Ruf: „Owweroure hellau!“

Einen würdigen ortsbezogenen Rahmen gaben wie gewohnt die Mitglieder der Reisert-Sippe. Sascha als eloquenter und absolut sprach- und pointenbegabter Sitzungspräsident mit einem Protokoll, das so ernst, zugleich humorvoll und treffend war, dass die Zuhörer fast den Atem anhielten. Sein „Im Sommer wird ich 30!“-Bruder Boris und sein „Endlich zurück aus USA“-Bruder Michi hatten den Saal ebenso fest im Griff wie die immer lang erwarteten Musikgruppen. Die „Bänkelsänger“ trieben inner- und außerörtliches Geschehen unter lautem Gegröle der Gäste musikalisch bis hinauf zur uhrenlosen Kirchturmspitze. Die „Fastnachtssänger“, sonst bekannt als „Kurz+Bündig“, kamen schlafwandelnd und später mitreißend melodisch zur Sitzung. In einer Paraderolle war der neue „Stadtschreiber“ Norbert Köhler, der aus seiner Sicht das Geschehen reflektieren und den Menschen wie einst Junker Jörg aufs Maul schauen kann.

Impressionen von der Damensitzung der TS Ober-Roden

Ganz aus heimischen Gefilden kamen all die vielen Tanzgruppen, die mit ihren Trainerinnen Jahr für Jahr wieder das Publikum optisch entzücken und zugleich verwundern, dass es stets wieder Nachwuchs gibt. Dass dieser Nachwuchs sich prächtig weiterentwickelt, beweist nicht zuletzt das derzeitige Tanzpaar Paula Daxer und Jan Rigual. Bei Jazztanz, Majoretten und Garde sind neben den „Großen“ die Mini-Gruppen und teilweise auch noch Midi-Gruppen durchgehend stark besetzt und erfrischend auf der Bühne.

Da kann auch die prinzliche Hofgarde ganz getrost in die Zukunft schauen. Denn es gibt jedes Jahr einen neuen Prinzen – die Voraussetzung fürs grün-rote Jackett – und damit potenziellen Nachwuchs. Tobias Rigual, der seine Insignien an Prinz Christian übergab, ist da schon angekommen. Mal schauen, ob nächstes Jahr auch der aktuelle Prinz da landet.

Wer die erste Sitzung in der TG-Halle verpasst hat, kann das an den nächsten zwei Samstagen - 23. und 30. Januar - jeweils ab 18.45 Uhr nachholen. Restkarten gibt"s noch bei kalli.weber@tg08-karneval.de.

Quelle: op-online.de

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