Tanz- und Spaßsitzung der Turnerschaft Ober-Roden

Hoher Wellengang im Narrenmeer

+
Ein Dankeschön für eine wunderbare Saal- und Wagendekoration bekamen Bert Dreher (links) und Klaus Hilger.

Ober-Roden - Da blieb kein Auge trocken und keiner auf seinem Stuhl: Die Turnerschaft gab das Kommando „Leinen los!“ – und das Narrenschiff in der Roten Scheuer stach in See. Die Gäste belohnten ein munteres Fünfstundenprogramm mit viel Applaus.

„Falls Sie später beim Heimgehen schwanken: das liegt nur am hohen Seegang, der heute hier herrschte!“ Sitzungspräsident Udo Kirchrath hatte eine gute Ausrede für all die vielen närrischen Passagiere parat, die in der Rod Scheyer, dem Vereinsheim der TS Ober-Roden, bei der fastnächtlichen Schifffahrt während der Tanz- und Spaßsitzung mitgemacht hatten. Das Thema war aber auch verlockend. Seeräuber-Jennys und Piraten zu Hauf im Publikum ebenso wie andere wilde Gesellen, dazu von Wassergeistern und Nymphen beeinflusste Beiträge auf der wunderschön geschmückten Bühne. Umrahmt wurde das vom Salonorchester des Musikvereins 03, das es prächtig verstand, die musikalischen Beiträge auf der Bühne aufzunehmen und weiter zu tragen. Besonders gedankt wurde den beiden „Malern“ Bert Dreher und Klaus Hilger für ihre passende neue Saal- und Wagendekoration.

Auf der Bühne gab’s wieder einmal viel Getanztes zu sehen – kein Wunder bei einem Verein wie der TS, die allein aus den Familien Hubert und Kirchrath Tänzerinnen wie auch Trainerinnen rekrutiert. Neben den mitreißenden Damengruppen wie etwa „Point“, den „Cherrys“, den „Splits“ oder den (durch einen Babyboom derzeit etwas reduzierten) „Mahädels“, die alle mit besonderen Liebesbezeugungen von Plakaten bis Rosen aus dem Saal begrüßt wurden, gibt’s da ja traditionell die beiden eher unkonventionellen Männerballetts. Sie wurden ebenso grölend nicht nur von den Frauen im Saal erwartet: „Die Söhne Rödermarks“, das einstige Bubenballett, gefiel mit Matrosen und Meerjungfrauen.

Bilder: Sitzung der TS Ober-Roden

Aber auch das Männerballett der TS – erstmals ohne Bert Dreher – ließ die Narren im Saal toben vor Lachen – so viel lieblichem Charme auf der Bühne war nur schwer zu widerstehen. Besondere Verbundenheit besteht für die TS-Fastnachter seit vielen Jahren nach Giesem – so kamen denn auch heuer rund 90 fahrende Narren der TGS Jügesheim mit zwei Bussen und vor allem mit Prinzessin Tanja I. und Prinz Matthias IV. samt Sitzungspräsident Peter Otto zu Besuch. Lautstark mit dabei: „PROSt“, das „Prinzliche Orchester für Staatsbesuche“, das im Nu den Saal zum Kochen brachte. Aus Giesem alias Jügesheim kamen auch die Trottwa-Lerchen, jene singende Männertruppe, die ohne jegliches Brimborium in Sekundenschnelle alle Narren im Saal zum Stehen, Klatschen und Hüpfen bewegt.

Alles zur Fastnacht in der Region

Mit Frank Eser kam auch ein Giesemer Gast in die Bütt und erzählte herzerfrischend von seinen Erlebnissen als von der Midlifecrisis geplagter Neu-Sportler zwischen Kohlsuppen- und Ananas-Diät. Sehr viel brisanten lokalen Bezug brachte Norbert Köhler als neuer Rödermärker Stadtschreiber mit in den Saal. Natürlich hatte er noch Lady Di, Dodo und Didi im Gepäck – ein Ohrenschmaus, ähnlich den Salven, die auch „Wedding Planer“ Boris Reisert wieder auf sein Publikum abfeuerte. Sein wortreiches Fazit war eindeutig: „Und die Moral von der Geschicht: heier bloß kaan Schniggel nicht!“ (für Owweroure-Unkundige: TG-Mitglieder sollten die Vermählung mit TS-Aktiven möglichst meiden, wenn ihnen eine ruhige Hochzeitsfeier lieb ist!) An ihr Stammtischpalaver vom letzten Jahr schlossen die MurXXer Klaus Auth und Gerd Weber nahtlos an, diesmal mit dem wirklich dringenden Problem, ob Mai- oder Junikäfer wohl die größeren seien.

Kinder- und Jugend-Fastnachtsshow der TS Ober-Roden: Fotos

Von den tatsächlichen, großen weltweiten und den kleinen lokalen Problemen berichteten wieder die Bänkelsänger, traditionell neben Norbert Rink und Michael Gotta auch mit Sitzungspräsident Udo Kirchrath an Gitarre und Mikrofon. Da wurden auch gleich noch ein paar Schunkelrungen und einiges „Auf und Nieder“ für die Passagiere des TS-Narrenschiffs drangehängt. Bewegung tut gut – und es hat noch ein Schoppen Platz danach. (chz)

Quelle: op-online.de

Mehr zum Thema

Kommentare