FDP will Rödermark auf Wachstumskurs bringen

Bauland im großen Stil ausweisen

Rödermark - Die schwarz-grüne Koalition verschläft nach Ansicht der FDP die Zukunft. Denn entgegen früherer Prognosen wachse die Bevölkerung im Kreis Offenbach noch mindestens bis zum Jahr 2030.

„In Rödermark mangelt es akut an Gewerbe-, aber auch an Siedlungsentwicklungsflächen“, klagt Partei- und Fraktionsvorsitzender Tobias Kruger. Mit drei Anträgen wollen die Liberalen in der nächsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung (Dienstag, 23.  Juni) Platz schaffen. 78.000 Quadratmeter Bauland will die FDP südwestlich der Kinzigstraße in Urberach ausweisen. Entlang der bisherigen Ortsgrenze liegen verwilderte Brachflächen, dahinter Äcker und Felder. 50.000 Quadratmeter davon wollen zu Bauplätzen werden, knapp 23.000 Quadratmeter dienen dem Öko-Ausgleich. Den etwa 5220 Quadratmeter großen Spiel- und Bolzplatz an der Weserstraße will die FDP erhalten. Nach deren Berechnung reicht das Bauland für mindestens 60 Ein- und Zwei-Familien- oder 100 Reihenhäuser.

Dass diese Klassiker Zukunft haben, folgert Kruger aus der großen Nachfrage nach Bauplätzen an den Urberacher „Rennwiesen“. Besonders Familien hätten dort subventionierte Grundstücke gekauft. Die jüngsten Bevölkerungsprognosen der Bertelsmannstiftung sagen dem Kreis Offenbach bis 2030 ein leichtes Plus an Einwohnern voraus, bis 2050 geht die Zahl leicht zurück. Trotzdem leben dann immer noch mehr Menschen hier als 2014. Sollte der massive Zuwanderungstrend aus den Jahren 2014 und 2015 anhalten, könnte die Bevölkerung rund um Frankfurt, Darmstadt oder Wiesbaden laut Bertelsmannstiftung auch bis 2050 noch zunehmen. Gleichzeitig hält auch der Trend zu Singlehaushalten an, auch wenn diese Kurve zusehends verflacht und der daraus entstehende Druck auf den Wohnungsmarkt mittelfristig nicht mehr signifikant steigen wird.

Die letzten größeren Neubaugebiete - „Am Karnweg“ in Ober-Roden und „An den Rennwiesen“ - sind nahezu voll. Damit, so Kruger, sind in Rödermark praktisch keine Flächen mehr zu haben. Das gute Dutzend Bauplätze, das nächstes Jahr am Festplatz Ober-Roden entstehen dürfte, ist für die FDP nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Und selbst wenn mittelfristig auf dem alten Gaswerk-Gelände an der Mainzer Straße gebaut werden darf, reiche das bei weitem noch nicht. Die FDP will deshalb noch im Juni Weichen stellen. Die Entwicklung eines Neubaugebietes dauere erfahrungsgemäß bis zu zehn Jahren. Bis die Bebauung abgeschlossen ist, vergehen weitere fünf Jahre.

"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Das bedeuten Immobilien-Codes

Fehlende Flächen - und damit fehlende Perspektiven - führt die FDP auch in Sachen Gewerbeentwicklung als Argument ins Feld. Antrag Nummer zwei präzisiert bekannte Forderungen, wie das Dreieck zwischen Rödermarkring, Kapellen- und Frankfurter Straße wirtschaftlich genutzt werden kann. Als neues Gewerbegebiet bringen die Liberalen jetzt rund 23 Hektar nördlich der L 3097 ins Gespräch. Der „Kühhof“ liegt zwischen dem Karnweg und dem Parkhotel Rödermark - laut FDP aber in ausreichendem Abstand zu beiden. Mit Ausnahme des „Hainchesbuckels“ hätten Rödermärker Unternehmen keine Expansionsmöglichkeiten, Neuansiedlungen seien ohnehin kaum möglich. An der L 3097 kann die Stadt aber nicht einfach einen Bebauungsplan aufstellen, sondern muss eine Änderung des Regionalen Flächennutzungsplanes beantragen. Da ist formal gesehen Gegenstand des dritten Antrags. (lö)

Quelle: op-online.de

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