Ortsvereins Urberach wünscht sich Material für ihre Chronik

Naturfreunde: Auch mit 95 Jahren lässt sich’s feiern

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Gleich sind die Würste fertig: Gespannt blicken die beiden Kinder zum Grill hinauf.

Urberach-  „Eigentlich ist es mehr ein Kinderfest, das wir hier feiern, denn unser 95. Geburtstag ist ja nicht gerade ein rundes Jubiläum – aber feiern können wir immer.“ Tom Utberg vom Vorstand des Ortsvereins Urberach der Naturfreunde traf damit den Nagel auf den Kopf.

Auch die SPD Rödermark gesellte sich mit ihrem Sommerfest aufs Gelände auf der Bulau. Die Naturfreunde bewirteten die Gäste beim Frühschoppen und bauten für die Kinder eine Hüpfburg aus. Die Geschichte der Urberacher Naturfreunde begann am 1. Mai 1920. Der Maifeiertag war damals durch die Entscheidung einiger Länderparlamente des Deutschen Reiches erstmals in Hessen und anderen deutschen Ländern ein gesetzlicher Feiertag geworden. Diesen Tag nutzten fünf junge Urberacher auf ihre Weise: Martin Sulzmann, Karl Büchel, Johann Gruber, Michael Groh und Heinrich Müller zogen am Vorabend des Feiertages aus und ahnten wohl noch nicht, dass daraus der Gründungstag der Urberacher Naturfreunde werden würde. Der Kreis um diese fünf wurde immer größer. Nach einer Vielzahl von Wanderungen entschloss man sich im Jahr 1921 einen Wanderverein ins Leben zu rufen.

Zum Wandern gehörte Singen und Musizieren - so war es selbstverständlich, dass eine Musikgruppe aufgebaut wurde. Ebenso selbstverständlich war die Kontaktaufnahme zu anderen Wandervereinen. So schlossen sich die Urberacher Wanderer 1923 der internationalen Wanderbewegung der Naturfreunde an. Damit war eine organisatorische Grundlage gegeben und die Ortsgruppe Urberach des Touristenvereins „Die Naturfreunde“ entstanden. Bald wurde der Ruf nach einem Treffpunkt laut, hatte man doch andernorts festgestellt, wie wichtig ein eigenes Haus für einen Verein ist. Trotz materieller Not - die meisten Mitglieder waren arbeitslos - und ohne das Vereinsleben zu vernachlässigen, wurde mit dem Bau eines Vereinsheims begonnen. So entstand auf der Bulau, dem landschaftlich schönsten Punkt der Gemarkung, das erste Urberacher Naturfreundehaus. Diesem Bau folgte nach dem Zweiten Weltkrieg mit vielen Umbauarbeiten und Ergänzungen das zweite Naturfreundehaus mit dem heutigen Erscheinungsbild.

In der Chronik des Vereins fehlen dem Verein noch Unterlagen. Besonders betrifft das die Zeit von Mitte der 70er Jahre bis 1981. Deshalb bitten die Naturfreunde Urberach ihre Mitbürger darum, die Chronik zu vervollständigen. Daten, Bilder oder Anekdoten - alles ist willkommen. Bis zum 100. Geburtstag in fünf Jahren wünschen sich die Naturfreunde eine vollständige Historie. Kontakt: Eduard Gerhardt, 0170/2499720.

chz

Quelle: op-online.de

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