Bebauungsplan für Festplatz Ober-Roden

Bald wieder freier Zugang zur Rodau

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Trotz des tristen Asphalts ist der Ober-Röder Festplatz im Flächennutzungsplan als Grünzone ausgewiesen. Diese Festlegung muss geändert werden, bevor der Bebauungsplan „A 40 - An der Rodau“ Rechtskraft erlangt. Die von hohen Hecken oder Zäunen begrenzten Gärten Richtung S-Bahn und Ortskern sollen um fünf Meter schrumpfen, damit die dahinter fließende Rodau wieder für die Allgemeinheit zugänglich ist.

Ober-Roden - Der alte Ober-Röder Festplatz wird in rekordverdächtigen 17 Monaten zu einem Mini-Baugebiet mit 3,3 Hektar Fläche. Von Michael Löw 

Am 19.  Mai 2015 hatte das Stadtparlament die Aufstellung des Bebauungsplans „A 40 - An der Rodau“ beschlossen, diese Woche gab die Stadtverordnetenversammlung grünes Licht, am 12.  Oktober hat die Verbandskammer Rhein-Main das letzte Wort. Einziger Streitpunkt sind zehn Gärten direkt an der Rodau. Wo vor ein paar Wochen der Kerbverein Ober-Roden seinen 25. Geburtstag feierte, rollen bald die Bagger an. Der Bebauungsplan „A 40 - An der Rodau“ für den nur noch alle Jubeljahre genutzten Festplatz Ober-Roden wurde vom Stadtparlament einstimmig beschlossen. Die Zustimmung der Verbandskammer des Regionalverbands Rhein-Main gilt als Formsache. Sie ist aber notwendig, weil die vor Jahrzehnten geteerte Fläche im regionalen Flächennutzungsplan als Grünzug ausgewiesen ist.

Auf 3,3 Hektar zwischen Rodau, Alfred-Delp-Straße und Ortsrand ist Platz für ein Familienzentrum, Wohnhäuser und Naherholung. Trotz der Bebauung ist das Gebiet jetzt ökologisch wertvoller, bescheinigte eine Gutachterin der städtischen Planung: Der Asphalt verschwindet, die Ufer der Rodau sind öffentlich zugänglich und bekommen Raum für eine weitere Renaturierung, die Gärten auf der Westseite bleiben erhalten. Kein Wunder also, dass außer Bürgermeister Roland Kern und den Koalitionssprechern Stefan Gerl (AL) und Michael Spieß (CDU) auch Peter Schröder (FWR) und Christian-David Bombelka (FDP) den Bebauungsplan „A 40“ lobten. Bombelka monierte allerdings überzogenen Naturschutz: „Dort sprießt ein Mini-Biotop aus dem Asphalt, das teuer versetzt werden muss.“ Gemeint waren seltene Gräser am Rand.

Kritik kam von der SPD. Nach Ansicht ihres Stadtverordneten Norbert Schultheis ist es nicht damit getan, dass die Stadt die zehn Gärten an der Rodau zunächst aus dem Bebauungsplan ausklammert. Zäune und Hütten reichen teilweise direkt an den Bach heran. In anderen Städten, so Schultheis, lasse der Kreis so etwas abreißen, weil zehn Meter Ufer frei bleiben müssten. Das sei Gesetz, „und wer das ignoriert, verschließt die Augen vor der Wirklichkeit“.

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Bürgermeister Kern ist dagegen sicher, dass die Stadt den Gartenbesitzern einen guten Kompromiss anbietet: Beiderseits der Rodau bleibt ein fünf Meter breiter Streifen frei, und der Bauhof hilft den Gärtnern, Hütten und Zäune so weit zurückzusetzen.

Zu den ersten Bauherren am künftigen Ex-Festplatz gehört die Stadt. Kern will im November die Pläne für ein Familienzentrum vorstellen, das den in die Jahre gekommenen Motzenbruch-Kindergarten ersetzt. 1,9 Millionen Euro aus dem kommunalen Investitionsprogramm des Bundes erleichtern die Finanzierung. Der AL-Fraktionsvorsitzende Stefan Gerl will das frei werdende Kita-Gelände für den sozialen Wohnungsbau nutzen. CDU-Mann Michael Spieß forderte generell mehr Flächen für den Wohnungsbau. Die 3 000 Quadratmeter, die auf dem Festplatz dafür vorgesehen seien, könnten nur ein Anfang sein.

Quelle: op-online.de

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