Fledermäuse: Neue Siedlung an Baumstämmen

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Den Hammer schwang Rödermarks Nabu-Vorsitzender Dr. Rüdiger Werner auf der Leiter. Die zwölf neuen und recht schweren Fledermausbehausungen an den harten Baumstämmen sicher zu befestigen, war gar nicht so einfach.

Ober-Roden - Zwölf neue Fledermaus-Eigenheime hängen im Wald. Naturschutzbund (Nabu) und die Initiative „Wir sind Breidert“ haben eine Patenschaftsaktion für die fliegenden Säuger initiiert.

Mit Unterstützung der Quartiersinitiative „Wir sind Breidert“, die zum Waldtag eingeladen hatte, und in Kooperation mit den benachbarten Kindergärten und Schulen kommt der Naturschutzbund seinem Ziel näher, eine größere Fledermaus-Population am „Braaret-Bernsche“ anzusiedeln. „Einige Fledermäuse ziehen im Winter nach Süden, doch die meisten sind Winterschläfer und verziehen sich in große Hohlräume, die möglichst frostfrei sind, oft 200 und mehr Tiere zusammen“, erläuterte Nabu-Vorsitzender Dr. Rüdiger Werner.

Zur Überraschung der meisten Zuhörer erzählte er auch, dass Fledermäuse ihre Heime regelmäßig wechseln und etwa 10 bis 15 davon bewohnen. Deshalb sollten scheinbar leere Schlafplätze nicht entfernt werden.

Die Kinder staunten teilweise mit offenem Mund, als der Fachmann mit Hammer und langen Nägeln auf die Leiter stieg und nahe den Wegen - denn Fledermäuse lieben offene Einflugschneisen - die neuen Wohnungen befestigte. Hineinschauen kann man nur schwer, aber ab Frühjahr bis in den Herbst lohnt sich eine gelegentliche Kontrolle unter den „Häusern“. Sie sind alle nummeriert. So erkennt zwar nicht die Fledermaus, wohl aber der Nabu und auch der Pate die Nistkästen wieder.

Nabu-Vorstand Verena Henschler freute sich beim Waldtag über neue Paten für die Fledermausheime: die Familien Simon, Gessler, Günther, Guhl, Gries und Griesinger werden in Zukunft öfter mal im Wald vorbeischauen und dann vielleicht auch auf dem Brett unterm Nistkasten Fledermauskot entdecken als Zeichen, dass hier ein Flatterwesen eingezogen ist.

„Von Mäusekot ist er eher schwer zu unterscheiden, aber von Vogelkot absolut. Aber Sie brauchen Geduld, auch wenn Sie zuhause ein Fledermausheim einrichten; es kann schon mal Monate oder Jahre dauern, bis die Tiere es als Eigenheim erkennen“, warnt Experte Rüdiger Werner vor verfrühten Hoffnungen. Fledermausfreunde können weiterhin Patenschaften für die mit einer Nummer versehenen Nistkästen übernehmen.

chz

Quelle: op-online.de

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