Zahl der Asylsuchenden kann dieses auf 350 steigen

Flüchtlinge wieder im „Johannishof“?

Rödermark - 170 Flüchtlinge leben in Rödermark derzeit in Sammelunterkünften oder gemieteten Wohnungen. Bis Jahresende könnten noch einmal so viele kommen. Die Stadt sucht deshalb händeringend nach Wohnraum. Von Michael Löw 

„Jeder Flüchtling, für den wir eine Wohnung finden, muss nicht in eine Gemeinschaftsunterkunft oder eine Zeltstadt“, wirbt Stephan Brockmann seit Wochen bei privaten Vermietern und großen Baugesellschaften. Der bisherige Leiter der städtischen Verkehrsabteilung akquiriert seit Juli Wohnraum für Flüchtlinge aus Syrien, Eritrea, Somalia und den anderen Krisenstaaten dieser Welt. Zehn Menschen hat Brockmann zu einem Dach über dem Kopf verholfen - vom allein stehenden Mann bis zu einer Familie mit hochschwangerer Mutter. Brockmanns überraschende Erkenntnis: „Viele Vermieter kommen auf uns zu!“

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Wucherangebote vom Kaliber zehn Euro Miete pro Quadratmeter Keller seien die Ausnahme, sagt Brockmann. Er dürfte sie auch gar nicht annehmen, egal wie stark der Druck ist: Wohnungsgröße, Belegung und Miete müssen so beschaffen sein, dass sie den Anforderungen des Sozialamtes und der Arbeitsagentur entsprechen. Die zahlen nämlich die Miete, sobald ein Flüchtling von den deutschen Behörden als Asylberechtigter anerkannt ist. Die Stadt sucht Wohnungen in allen Lagen für Einzelpersonen, Paare und Familien mit Kindern sowie Häuser, die sich als kleine Gemeinschaftsunterkünfte eignen. Sie schließt den Mietvertrag ab, die Miete zahlt der Kreis. Vermieter können sich an Stephan Brockmann, 06074/911-920, E-Mail stephan.brockmann@roedermark.de, wenden.

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Parallel verhandelt der Magistrat über weitere Gemeinschaftsunterkünfte, denn die ehemalige Polizeiwache in der Odenwaldstraße ist so gut wie voll. Sozialdezernent Jörg Rotter bestätigte auf Anfrage Gespräche mit dem Betreiber des „Johannishofs“. Das ehemalige Hotel an der Gemarkungsgrenze zu Eppertshausen, in dem bis Ende der neunziger Jahre Asylbewerber und Spätaussiedler untergebracht waren, wird derzeit umgebaut. „Die Bedingungen müssen passen und von den ehrenamtlichen Flüchtlingsbetreuern akzeptiert werden“, fordert Rotter. 80 Plätze sind als Obergrenze im Gespräch. Stadt, Kreis und Flüchtlingshilfe wollen verhindern, dass der „Johannishof“ wieder in die Schlagzeilen gerät. Zeitweise drängten sich dort 130 Menschen in heruntergekommenen Zimmern. Kein Thema mehr ist laut Stadtrat Rotter das ehemalige Möbelhaus Weber an der Ober-Röder Bahnschranke.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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