Flugbetrieb über grüner Idylle

Hundebesitzer wollen nicht länger für alles Übel verantwortlich sein

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Das Wiesenidyll südlich der Kläranlage trügt; Landwirte, Jäger und Naturschützer machen immer wieder Hundebesitzer als Störenfriede aus. Die aber wollen sich nicht alles gefallen lassen: Manfred Rädlein hat zwei Gleitschirmpiloten beobachtet, die trotz Brut- und Setzzeit Startversuche unternahmen.

Ober-Roden - Hundebesitzer wollen nicht länger der Buhmann für alles sein, was während der Brut- und Setzzeit im Feld schief läuft. Manfred Rädlein hat in den vergangenen Wochen mehrmals Flugobjekte beobachtet, die junge Vögel oder Hasen aufschrecken. Von Michael Löw 

Bauern und Jagdpächter hatten vor zwei Wochen in unserer Zeitung Alarm geschlagen: Freilaufende Hunde hinterlassen unzählige Kothaufen in Wiesen und Feldern und sind eine ständige Bedrohung für den Nachwuchs von Feldhasen und Vögeln, die am Boden brüten. Der von 1. März bis 15. Juni (Brut- und Setzzeit) geltende Leinenzwang interessiert Herrchen und Frauchen herzlich wenig, schimpfen sie. Zudem seien bewirtschaftete Felder und Wiesen Privatbesitz, auf denen kein Fremder etwas zu suchen habe. Rödermarks konfliktträchtigste „Hundewiese“ ist die Ostgemarkung Ober-Roden zwischen L 3097, Ortsrand und Breidert. Dort geht auch Manfred Rädlein regelmäßig mit seinem „Ali“ spazieren und ist es satt, als verantwortungsbewusster Hundebesitzer für alles Übel an Nahrungsmitteln, Viehfutter und Jungtieren verantwortlich gemacht zu werden: „Mir fallen neuerdings Luftfahrzeug-Aktivitäten der besonderen Art auf.“

Rädlein zählt eine ganze Reihe fliegender Sünder auf. Einmal sei ein Modellhubschrauber durch die Luft geknattert - der Lärm habe dem eines echten nicht nachgestanden. Brütende Vögel, so der Hundebesitzer, hätten ihn leicht als Raubvogel ansehen und ihr Nest aufgeben können. „Für Mama und Papa Niederwild sind ferngesteuerte Raubschrauber ebenfalls der reinste Horror“, kommentiert Rädlein sarkastisch.

Auch Drohnen - Miniflieger mit einer Kamera am Rumpf - seien während der Brut- und Setzzeit über den Ober-Röder Wiesen unterwegs. Der in Manfred Rädleins Augen größte Aufreger der vergangenen Wochen waren zwei Gleitschirmflieger, die an einem windigen Nachmittag am Birkenweg Startversuche unternahmen. Es blieb beim Versuch - doch was Rädlein am meisten stört: Als Rollbahn diente eine frisch gemähte Wiesen. Doch das sei während der Brut- und Setzzeit verboten.

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In Sachen Gleitschirm sind sich Hundefreunde und Naturschützer ausnahmsweise einig. Dem NABU waren die beiden Flieger Anfang April aufgefallen, sagte Vorsitzender Dr. Rüdiger Werner gestern Mittag gegenüber unserer Zeitung. Er habe die beiden jungen Leute angesprochen und darauf hingewiesen, dass in in diesem Teil der Gemarkung die immer seltener werdende Feldlerche brütet. Das hätten die Piloten eingesehen und ihre Schirme zusammengepackt. Umso bedauerlicher sei es, dass sie jetzt wieder in die Luft gehen wollten.

Quelle: op-online.de

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