Franziskushaus

Alma Malecki freut sich auf neue Heimat

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Alma Malecki hat gut lachen. Sie und ihr Mann Günter sind die ersten Mieter im Franziskushaus. Zusammen mit ihrer Tochter Roswitha Wanke schaute sie gestern den Umzugshelfern über die Schulter.

Urberach - Am 1. März ziehen die ersten Mieter ins Franziskushaus ein. Gestern holten Alma und Günter Malecki die Schlüssel ab, die Senioren aus Ober-Roden beziehen eine Wohnung im ersten Stock. Von Michael Löw 

In dem Haus, das vom Caritasverband Offenbach und der Stadt Rödermark mit Unterstützung von Glücksspirale und Deutschem Hilfswerk gebaut wurde, gibt es 40 altersgerechte Wohnungen und eine Begegnungsstätte, in der Aktivitäten wie Lesungen, Vorträge oder Sprachkurse für die Bewohner des Hauses, aber auch für Senioren aus der Nachbarschaft stattfinden sollen. Die Seniorenwohnungen sind komplett vermietet.

Reichlich Platz ist hingegen noch in der Demenzgruppe, die die Caritas Mitte Mai im Franziskushaus eröffnen will. Von den 13 Plätzen sind momentan sechs belegt. Eine solche Einrichtung müsse sich erst herumsprechen, sagt Caritas-Projektleiterin Ute Kern-Müller. Sie kenne den schleppenden Anfang von anderen Häusern, die mittlerweile volle Demenzgruppen hätten.

Im Erdgeschoss, in dem die Caritas eine Demenzgruppe mit 13 Plätzen schafft, haben dagegen noch die Handwerker das Sagen. Die Bewohner ziehen ab Mitte Mai ein.  

Die Caritas hat in ihrem Neubau rund 400 Quadratmeter für Demenzkranke reserviert, damit diese Menschen nicht isoliert sind, sondern am täglichen Leben teilnehmen können. Die Wohngruppe wird ambulant betreut. Diese Form der Begleitung ist eine gute Alternative zum traditionellen Pflegeheim, verspricht Kern-Müller. Farben, Formen und Räume wurden von einer Demenz-Expertin gestaltet. Die Innenarchitektur soll das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit vermitteln. Um die Betreuung in der Demenz-WG kümmern sich zum einen fest angestellte Kräfte der Caritas. Die Bewohner können aber auch pflegende Angehörige oder die von zuhause gewohnten Pflegedienste mitbringen.

Einzelzimmer mit persönlichen Möbeln

Jedes Mitglied der Wohngemeinschaft hat ein Einzelzimmer, das mit persönlichen Möbeln ausgestattet werden kann. Ein offener und übersichtlicher Wohn- und Küchenbereich ist der gemeinsame Lebensmittelpunkt. Auch die barrierefreien Bäder werden gemeinsam genutzt. Pflegekräfte unterstützen die Bewohner bei der Gestaltung ihres Alltags: beim täglichen Kochen und Backen ebenso wie beim Singen oder Basteln. Die Demenzkranken sollen zudem kleine Hausarbeiten verrichten wie Handtücher zusammenlegen. Die vertrauten Tätigkeiten helfen, Kompetenzen so lange wie möglich zu erhalten.

Die Verbindung von Demenz-WG und Mietwohnungen bietet nach Ansicht von Ute Kern-Müller einen weiteren Vorteil. Paare, in denen ein Partner krank und der andere gesund ist, können weiterhin unterm selben Dach leben. Der eine mit der erforderlichen Betreuung, der andere mit dem gewünschten Freiraum. Die Stadt bezuschusst den rund sieben Millionen Euro teuren Neubau mit 800.000 Euro. Dafür erhält sie die Belegungsrechte für die 17 Sozialwohnungen und die Demenzgruppe. Außerdem erstattet sie den langjährigen Mietern ihres Altenwohnheim Am Mühlengrund die Differenz zwischen ihrer bisherigen Miete von teils unter vier Euro pro Quadratmeter und den neuen Mieten (8,78 Euro in öffentlich geförderten und 10,49 Euro in frei finanzierten Wohnungen).

Sozialdezernent Jörg Rotter und Caritasdirektor Michael Klein kündigten gestern an, dass sie auch in Ober-Roden zusammen seniorengerechte Wohnungen bauen wollen. Das Grundstücksgeschäft soll noch dieses Jahr unter Dach und Fach sein. Über die Größe des Hauses machten sie keine Angaben.

Interessierte, die mehr über die Demenzwohngruppe im Franziskushaus wissen wollen, können sich an Ute Kern-Müller vom Caritasverband, 069/84005-400, oder die Caritas-Sozialstation in der Ober-Rodener Straße 5, 06074/50888, wenden.

Quelle: op-online.de

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