Franziskushaus offiziell eingeweiht

Altenheim steht mitten im Leben

+
Beim Neubau des Franziskushauses zogen viele an einem Strang. Zur Einweihung gestern Nachmittag durch Generalvikar Dietmar Giebelmann (Zweiter von rechts) war der komplette Magistrat vertreten (Mitte: Bürgermeister Roland Kern; Dritter von links: Erster Stadtrat Jörg Rotter). Um pünktlich zu sein, hatte der Magistrat seine 155. Sitzung kurzerhand in den Neubau verlegt.

Urberach - Gegenüber von Märktezentrum, Badehaus, Theater, Kino und Sozialstation steht das Franziskushaus des Caritasverbands Offenbach wirklich mitten im Leben. Gestern wurde das neue Altenwohnheim eingeweiht.

Das Haus haben der Caritasverband Offenbach und die Stadt mit Unterstützung von Glücksspirale und Deutschem Hilfswerk gebaut. Es bietet 40 altersgerechte Wohnungen und eine Begegnungsstätte für Lesungen, Vorträge oder Sprachkurse für Bewohner, aber auch für Senioren aus der Nachbarschaft. Die Seniorenwohnungen sind alle vermietet. Anfang Juni eröffnen die Caritas und der Verein Demenz-Partner Rhein-Main im Franziskushaus eine spezielle Demenzgruppe, die ambulant betreut wird. Farben, Formen und Räume (insgesamt 400 Quadratmeter) wurden von einer Demenz-Expertin gestaltet.

Die Stadt bezuschusst den rund sieben Millionen Euro teuren Neubau mit 800.000 Euro. Dafür erhält sie Belegungsrechte für 17 öffentlich geförderte Sozialwohnungen und die Demenzgruppe mit 13 Bewohnern. Außerdem erstattet sie den langjährigen Mietern ihres Altenwohnheims Am Mühlengrund die Differenz zwischen ihrer bisherigen Miete von teils unter vier Euro pro Quadratmeter und den neuen Mieten (8,78 Euro).

Zur Einweihung baten Generalvikar Dietmar Giebelmann und Pfarrer Klaus Gaebler (St. Gallus-Gemeinde) um den Segen Gottes und in Fürbitten für die Bewohner des Hauses, für deren Angehörige und die Mitarbeiter. Generalvikar Giebelmann formulierte den Gedanken, das neue Gebäude stehe zwar ganz bewusst „mitten im Leben, wo die Menschen sind“. Zugleich sei es aber „ein Rückzugsort“. Das Konzept des Hauses eröffne die Chance zu einer „grenzenlosen Gemeinschaft“. Niemand werde im Franziskushaus „abgeschrieben“.

Das ändert sich durch die Pflegereform

Das ändert sich durch die Pflegereform

Caritasdirektor Michael Klein hatte zuvor die Gäste begrüßt und betont, das Projekt orientiere sich an den Idealen des Namenspatrons Franz von Assisi. Seinem Vorbild folgend, habe der Caritasverband ein „Zuhause und einen Ort des Lebens geschaffen, in dem Altwerden in Gemeinschaft gelingt“. Klein ermunterte die in großer Zahl zur Einweihung gekommenen Bewohner dazu, sich zum Beispiel über den Hausbeirat einzubringen.

Domkapitular Hans-Jürgen Eberhardt appellierte in kurzen Worten an die Politik, solche Wohnkonzepte künftig auch „von gesetzgeberischer Seite mitzutragen“. Bisher sei dies nicht der Fall. Insofern seien alle Beteiligten „ein Wagnis eingegangen“. Bürgermeister Roland Kern sprach von einem „Tag der Freude“.

bp

Quelle: op-online.de

Kommentare