„Freundekreis Flüchtlinge“

Vielfältige Hilfe vonnöten

Ober-Roden - Der überwiegend in Urberach tätige „Freundeskreis Flüchtlinge“ will seine Arbeit auf Ober-Roden ausweiten. Dort wurden die ehemalige Polizeiwache und ein Nachbarhaus zu einer Gemeinschaftsunterkunft für 80 Menschen umgebaut.

Was bisher meist in Urberach Mitglieder und Unterstützer fand, soll nun auch in Ober-Roden möglich sein. Der vom Netzwerk Integration in Rödermark (NIR) angeregte ehrenamtliche „Freundeskreis Flüchtlinge“ engagiert sich für die Menschen, die die neue Gemeinschaftsunterkunft schrittweise beziehen. Gemeinsam mit Pfarrern und Vertretern der Kirchen sowie mit Erstem Stadtrat Jörg Rotter warben NIR-Vorsitzende Katrin Jäger und Brigitte Speidel-Frey als Vorsitzende des Freundeskreises für diese Aufgabe. Schon aktive Ehrenamtler informierten über die breit gestreuten Möglichkeiten der Mithilfe, wie sie in Urberach schon läuft: Besuche, Hausaufgabenhilfe, Sprachförderung direkt oder indirekt bei Ausflügen, Behördengänge, Einladungen, Spendenverteilen oder Fahrradreparatur - jeder Handgriff und jede Stunde Zeit hilft.

Die ersten Bewohner in der Odenwaldstraße kommen aus vielen Ländern. Fehlende Sprachkenntnisse sind ihr größtes Problem. Flüchtlinge aus Syrien und dem Iran sprechen etwas Englisch; andere sind schon länger in Deutschland und können ein wenig vermitteln. Zudem sind die Rödermärker Sprachlotsinnen stundenweise in ihren Heimatsprachen im Einsatz. Kreativität ist dennoch nötig, doch Helferin Maria Baumeister - selbst erst seit Februar aktiv - nahm den rund 30 potenziellen Helfern ihre Ängste: „Man muss einfach man selbst sein – hingehen und da sein! Habt Mut! Macht einen Versuch!“ Gerade mit den Kindern oder den alten Menschen sei die Freude groß.

Das Argument aus der Zuhörerschaft, dass die frühere Polizeistation immer so ruhig und geschlossen aussähe, wurde rasch entkräftet. Die Menschen haben teilweise lange Martyrien hinter sich, sie kommen aus Kriegsgebieten - da lässt man sein Fenster oder seine Tür nicht offen. Die Mitarbeiter des Freundeskreises und NIR wollen feste Anwesenheitszeiten anbieten.

Flüchtlingskosten: Minister fordern mehr Geld

Flüchtlingskosten: Ministerpräsidenten fordern mehr Geld vom Bund

Wer Sachspenden beisteuern möchte, sollte ein paar Dinge beachten: Keinesfalls Möbel, davon gibt"s in allen Gemeinschaftsunterkünften mit den rasch wechselnden Bewohnern genug. Wichtig sind dagegen Teppiche und Wäsche jeder Art, aber auch kleine Elektrogeräte wie Föhn, Mixer, Toaster oder ähnliches sowie Hygieneartikel jeder Art. Geschirr bekommt die Einrichtung in Kürze von der Caféteria der Nell-Breuning-Schule, die von einem anderen Caterer übernommen wird.

Nach wie vor gilt aber: Neben immer benötigten Geldspenden sind Zeit und persönliche Zuwendung die wichtigsten Hilfsmöglichkeiten. Langfristig gesehen sucht der Freundeskreis geeigneten Wohnraum außerhalb der Sammleunterkünfte. Wer da Möglichkeiten hat oder kennt, kann sich unter anderem bei der Stadt melden. Sie ist als Mieter Vertragspartner.

chz

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare