Verkaufserlös soll Schulden tilgen

Gallusheim macht Häusern Platz: Abriss im Frühjahr

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Pfarrer Klaus Gaebler und Verwaltungsrat Bardo Suderleith haben mit Raymond Schüttke von der LBS-Immobilien GmbH die kleine Siedlung entworfen, die ab Frühjahr auf dem Gallusheim-Gelände in der Schömbsstraße entstehen soll.

Urberach - Die katholische Kirchengemeinde erwartet knapp eine Million Euro aus dem Verkauf des im Februar 2009 aufgegebenen Gallusheims. Mit dem Geld will sie die Schulden des neuen Pfarrzentrums tilgen und ein Polster für die Renovierung von Kindergarten und Kirche schaffen. Von Michael Löw

Familien sind die Zielgruppe, die in die 13 Reihenhäuser und Doppelhaushälften einziehen soll. Die Nähe zum Kindergarten und zur Grundschule sind zentrale Verkaufsargumente.

Der Abriss des Gallusheims ist nur noch eine Frage von Monaten. Auf dem 2 940 Quadratmeter großen Grundstück in der Schömbsstraße soll ab Frühjahr eine kleine Siedlung mit 13 (Reihen)-Häusern entstehen. Die katholische Kirchengemeinde und ihr Partner, die LBS-Immobilien GmbH, haben Ende Oktober mit der Vermarktung begonnen. Drei Häuser sind verkauft, zwei reserviert. Ursprünglich wollte die Gallus-Gemeinde die Grundstücke in Erbpacht vergeben. Doch die niedrigen Zinsen machten ihr einen Strich durch die Rechnung. „Wer zahlt schon zweieinhalb Prozent Zinsen für etwas, was ihm an Ende nicht gehört, wenn er mit weniger als zwei Prozent Eigentum schaffen kann?“, beschreibt Pfarrer Klaus Gaebler das Dilemma. Das sehe zum Glück auch das Bischöfliche Ordinariat in Mainz so und habe den Urberacher Katholiken den Segen zum Verkauf der einzelnen Parzellen erteilt.

Verwaltungsrat Bardo Suderleith erwartet Einnahmen von 980.000 Euro. Damit will er die letzten 520.000 Euro Darlehen für das neue Gemeindezentrum neben der Kirche tilgen und ein finanzielles Polster anlegen: Der Kindergarten braucht relativ schnell zusätzliche Räume für die Ganztagsbetreuung, die Kirche in absehbarer Zeit ein neues Dach. Auch die Innenrenovierung des Gotteshauses steht auf der Wunschliste von Pfarrer und Verwaltungsrat.

"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Das bedeuten Immobilien-Codes

Die 13 Reihenhäuser sollen bevorzugt - aber nicht nur - an Familien verkauft werden. Projektentwickler Raymond Schüttke verspricht eine budgetschonende Planung. In anderen Worten: Der Verzicht auf einen Keller spart pro Haus 40. 000 Euro, um Tapeten und Bodenbeläge müssen sich die Eigentümer kümmern. Ein Blockheizkraftwerk versorgt die Neubauten sowie den Kindergarten und das alte Schwesternhaus an der Töpferstraße mit Energie. Die Schließung des Gallusheims Anfang 2009 hatte die 4 000-Seelen-Gemeinde gespalten. Ein Teil der Urberacher Katholiken trauerte dem Herzstück des Gemeindelebens nach. Pfarrer Gaebler und der Verwaltungsrat begründeten den 1,7 Millionen Euro teuren Neubau im Ortskern mit Sicherheitsrisiken im Gallusheim und zu hohen Kosten für eine zeitgemäße Modernisierung.

Quelle: op-online.de

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