Schulbibliothek spürt bei Jugendlichen neue Lust am Lesen und sucht freiwillige Helfer für die Ausleihe

Gedruckte Bücher sind gefragt

Einer der Anziehungspunkte in der Bibliothek der Nell-Breuning-Schule ist der alljährliche „JuJu“-Lesewettbewerb der Hessischen Leseförderung, den Bibliothekarin Dorothee Santner (links) und Rektorin Christine Döbert den jungen Lesern erläutern.   - Foto: Ziesecke

Ober-Roden - Schulbibliothek und Schülerbücherei – sind diese Begriffe nicht im Zeitalter von Suchmaschinen längst überholt? Liest die „Generation digital“ noch gedruckte Bücher in einer Bibliothek und leiht sie für zuhause aus? Von Christine Ziesecke 

Die Antwort ist beruhigend: Ja, sie tut es, sie liest noch, und das sogar derzeit wieder mehr als zuvor. Dazu bedarf es aber gut sortierter Büchereien und guter Beratung, gerade bei Kindern. In der Bibliothek der Nell-Breuning-Schule (NBS) ist alles gegeben. Ein Team aus derzeit zehn ehrenamtlichen Helferinnen unter der Leitung der Diplombibliothekarin Dorothee Santner kümmert sich in einer hellen und ansprechenden Räumlichkeit im Parterre um rund 2 500 Jugendbücher und Comics zur Ausleihe und um rund 7 500 Fachbücher zu unterrichtsrelevanten Themen.

Der Online-Zugriff auf das aktuelle Munzinger-Archiv, fremdsprachliche Literatur und vieles mehr ergänzen den Bestand. An vier Computerplätzen kann gearbeitet und im Internet oder im Bibliothekskatalog recherchiert werden, dazu gibt’s Kopier- und Druckmöglichkeiten zu günstigen Preisen. Auch Spiel- und Leseecken hat das Team eingerichtet. Zudem beteiligt sich die Schulbibliothek jedes Jahr am Wettbewerb der Hessischen Leseförderung „JuJu“ für neue Jugendliteratur. Derzeit können die Bücher – 50 Titel von Mara Andecks „Wenn dich das Leben nervt, streu Glitzer drauf“ bis zu Torsten Wohllebens „Flint und fertig“ – schon mal beschnuppert werden.

Ab 10. Oktober werden sie Fünft- bis Achtklässler ausgeliehen, die sie auf Beurteilungsbogen bewerten können. Am Ende des Schuljahres werden die Leser der meisten Bücher, Klassensieger und einige mehr geehrt. Meist sind dies dann Mädchen, doch auch Jungen haben sich im letzten Jahr „dazwischen gemogelt“, was die Büchereihelfer sehr freut.

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„Die Leseförderung ist eines unserer großen Ziele“, erläutern Rektorin Christine Döbert und Dorothee Santner diesen Mehraufwand für die Bücherei. Finanziert wird die Bücherei (unabhängig vom gesponsorten Wettbewerb) mit 2 000 Euro jährlich aus dem Etat des Fördervereins. Wer die Buchpreise kennt, weiß, wie gut Dorothee Santner wirtschaften muss, um Bestände aktuell zu erhalten, oder wie dankbar die Bücherei für Spenden ist.

Das größere Problem ist derzeit allerdings der Mitarbeiterstab. Mehrere helfende Mütter (deren Kinder oft schon seit Jahren die NBS hinter sich haben) sind wieder in den Beruf eingestiegen. Gesucht werden deshalb dringend Helfer, die in den Vormittagsstunden oder über Mittag von 12 Uhr bis 14.15 Uhr hier mitarbeiten „und in sehr angenehmer Umgebung mit netten Kollegen hier mit Büchern und mit Kindern und Jugendlichen umgehen wollen. Das ist doch wirklich eine schöne Beschäftigung“, wirbt Rektorin Döbert für ihre Schülerbibliothek. Wer sich das gut vorstellen kann: Kontakt gibt’s unter s 06074 886225 während der Öffnungszeiten der Bücherei oder über www.nellbreuningschule.de.

Quelle: op-online.de

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