Zu scharf fürs Bahnhofs-Umfeld

Geschäftsleute und Pendler sind besorgt wegen Erotik-Club

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Ober-Roden - Wird Ober-Rodens Bahnhofsviertel zum Rotlichtviertel? Diese Sorge treibt Bürger und Geschäftsleute um, weil ein „China Club“ einschlägige Dienste anbietet. Der Kreis sagt dagegen: „Wir haben bei einem Ortstermin nichts feststellen können.“ Von Michael Löw 

„Zwei scharfe Asia-Girls, privat & diskret“ - so warb der „China Club Rödermark“ mehrere Wochen lang in Zeitungen für erotische Dienstleistungen in der Dieburger Straße. Im Internet ging das Minibordell in die Details, außerdem suchten die beiden Asiatinnen per Kleinanzeige Kolleginnen für den Club über einer ehemaligen Gaststätte nahe des Bahnhofs. „Meine Tochter, 16 Jahre alt, fährt mit der Dreieichbahn auf die Arbeit. Jetzt, wo es morgens und abends länger dunkel sein wird, habe ich Angst um ihre Sicherheit“, schrieb eine besorgte Mutter vorige Woche im SPD-Forum „mitbabbeln.de“. Immobilienbesitzer und Gastronomen, die im Umfeld des Bahnhofs investieren, befürchten, dass der Club nicht nur zahlende Kunden lockt, sondern auch jene zwielichtigen Gestalten, die sich nun mal im Rotlichtmilieu tummeln. „Wenn der Puff bleibt, kann ich die neue Farbe gleich wieder von den Wänden kratzen“, sagte einer, der seinen Namen nicht in der Zeitung sehen will.

Inzwischen beschäftigt der „China Club“ auch Stadt- und Kresiverwaltung. „Dort ist eine Gaststätte und keine Vergnügungsstätte genehmigt“, erklärte der Erste Stadtrat Jörg Rotter gegenüber unserer Zeitung. „Das, was dort stattfinden soll, ist durch diese Genehmigung nicht gedeckt.“ Da die Stadt ordnungsrechtlich nicht gegen den Club vorgehen könne, habe sie das Kreisbauamt eingeschaltet. Diese Behörde teilte Bürgermeister Roland Kern nach einer Besichtigung am Freitag mit, es habe keine Hinweise auf gewerbsmäßige Prostitution festgestellt: „Dort wird nur eine Wohnung renoviert.“

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Auffällig: Seit öffentlich über das Sex-Geschäft diskutiert wird, hat der „China Club“ seine Werbung im Internet eingestellt. Hat sich die Sache also schon wieder erledigt? Besagter Geschäftsmann ist skeptisch: Ein Hausbesitzer, der einmal an einen Erotikbetrieb vermietet hat, wird’s immer wieder probieren. Auch die Stadt will wachsam bleiben, versprach Rotter: „Wir werden die Sache im Auge behalten. Wir wollen hier keine Prostitution, denn das würde alle Bemühungen um eine Aufwertung des Bahnhofsumfeldes konterkarieren.“

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Quelle: op-online.de

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